Comune di Brescia tourism website: useful information about what to see and where to go.

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Barrierefreies Brescia

Capitolium

Diese Route ist dank der Vielfalt der Sehenswürdigkeiten ohne Zweifel sehr anspruchsvoll. Allein die Besichtigung des Museums Santa Giulia kann einige Stunden in Anspruch nehmen. Wir raten, am Morgen zu starten, im Museum eine Mittagspause einzulegen und am Nachmittag den Alten Dom zu besichtigen, eines der bedeutsamsten Baudenkmäler von Brescia.

Von der Piazza Paolo VI zur Piazza San Marco

Der Weg beginnt auf dem Domplatz, heute zu Ehren des Brescianer Papstes Giovanni Battista Montini (1897-1963) Piazza Paulo VI. genannt. Das derzeitige Aussehen des Platzes wurde im 18. Jahrhundert geprägt und ist das Ergebnis einer langen historischen Schichtung, die zur Zeit der Römer begann. An der westlichen Seite des Platzes stand das Baptisterium des Heiligen Johannes (615), das im Jahre 1625 eingerissen wurde. Davon ist nur eine runde Tafel mit dem Kopf des Heiligen geblieben, eingemauert im Haus gegenüber dem Neuen Dom.
In der Mitte desselben Gebäudes ragt ein Säulengang aus Stein mit einem gotischen dreibogigen Fenster hervor, Teil des alten Palazzo dei Camerlenghi, einst Wohnsitz des Munitionsverwalters unter den Visconti. Mitten auf dem Platz stehen zwei Brunnen aus dem 17. Jahrhundert: nördlich der Brunnen mit der Minerva-Statue, einem Werk von Cignaroli, und südlich die Kopie des Brunnens von Calegari mit einer Statue, die das bewaffnete Brescia darstellt. An der östlichen Seite stehen der Neue Dom, der Alte Dom und der Palazzo del Broletto.
Charakteristisch für den Broletto (von „brolo“, d.h. „ eingefriedeter Obstgarten“ oder „Garten mit Bäumen“) ist die Außenmauer zum Schutz der Innenarkaden. Die Fassade aus Medolo-Stein auf der Straßenseite (1232) ist mit Ziegeln, Mehrbogenfenstern und zahlreichen Dekorationen verziert. Das Eingangsportal (1606) hat zwei Säulen aus ägyptischem Granit, die zur Zeit der Römer gebaut wurden und aus der Kathedrale von Sankt Pietro de Dom (5. Jahrhundert.) kamen; auf dem rechten Pfeiler ist eine Madonna mit dem Kind aus dem 14. Jahrhundert zu sehen und auf dem linken die Darstellung der Gerechtigkeit und der Markuslöwe, der von den Jakobinern geschliffen wurde. Nördlich des Portals, im Vicolo Sant’Agostino, steht die im Malatesta-Stil errichtete Augustinerkirche (frühes 15. Jahrhundert, 1610 in den Flügel des Broletto eingegliedert).

Vicolo S. Agostino ist ansteigend.Davon ist heute nur die wunderschöne Fassade aus Backstein erhalten. Aus dieser Fassade ragen zwei Löwenköpfe aus Stein; oben sind eine Rosette und drei Fenster mit leichtem Spitzbogen und spätgotischen Verzierungen aus kleinen Bögen und Maßwerk zu sehen. Außerdem ragt das einfache Portal mit Architrav aus Stein und einer Lunette mit Spitzbogen empor. Südlich des Eingangsportals des Broletto steht die Torre del Pégol, auch „Turm des Volkes“ genannt, mit Mauerschuh aus Bossenwerk und später hinzugefügten Ghibellinenzinnen; daneben ist die romanische Loggia delle Grida aus dem 13. Jahrhundert zu sehen, die während der Aufstände im Jahr 1792 zerstört und 1902 wiedererrichtet wurde.

Original, wenn auch restauriert, sind fünf der Figuren zur Stütze der großen Konsolen, die sich der Schule von Benedetto Antelami zuordnen lassen. Die Loggia konnte man durch eine Tür zwischen einem dreibogigen und einem vierbogigen Fenster erreichen, gekennzeichnet durch eine runde Innenwölbung und eine spitze Außenwölbung mit mandelförmiger Kontur; im oberen Teil unter dem Tympanon ragt ein kleines zweibogiges Fenster hervor. Das Portal führt zum Torweg, wo ein Fresko aus dem 14. Jahrhundert und eine Skulptur aus dem 15. Jahrhundert zu sehen sind: Das Fresko stellt eine Madonna mit dem Kind dar, die Skulptur die Gerechtigkeit. Im Haupthof sind zusammen mit einem Brunnen (1718) in der Mitte die Innenfassaden des Palastes zu bewundern. An der westlichen Seite befinden sich fünf Ziegelfenster mit Spuren von Fresken in den Lunetten und unter dem Dachgesims.

Die südliche Seite wurde auf der Fläche der Poncarali-Häuser gebaut; davon ist der Turm aus Bossenwerk geblieben, der im Jahre 1258 von Ezzelino da Romano abgeschlagen und ins Dach eingegliedert wurde. Über dem heute eingemauerten Laubengang der Gerechtigkeit (portico della giustizia) sind zwei große vierbogige Fenster mit kleinen Säulen, Kapitellen und Arkadengängen zu sehen; außerdem zwei dreibogige Fenster (1220-1230) nach dem Vorbild von Benedetto Antelami mit Bögen aus Botticino-Marmor und doppelten Säulen, sowohl glatt als auch spiralig, aus rotem Veroneser Marmor, wie das Gesims der Fensterbank. Auf den Kapitellen des linken vierbogigen Fensters findet man zwölf Darstellungen der Monate mit acht Sternkonstellationen, während das dreibogige Fenster auf der rechten Seite in der Lunette ein Fresko aus dem 14. Jahrhundert mit Adelswappen zeigt. Das Balkongitter aus Schmiedeeisen wurde im 16. Jahrhundert hinzugefügt.

Der später hinzugefügte Nordflügel mit siebenbogigem Säulengang aus Bossenwerk und darüber der Loggia mit Architrav aus dem Jahr 1626 (heute Sitz der Amtsräume der Präfektur) unterscheidet sich am deutlichsten von den Gebäuden aus früherer Zeit. Auf der Ostseite bleibt der ursprüngliche doppelte Säulengang mit Spitzbögen erhalten; er wurde im 15. Jahrhundert von Gratgewölben aus Backstein überdeckt. Vom Eingang führt eine große Stiege zum Saal des Podestà (heute Sitz des Standesamtes) mit Fresken von Gandino, Sandrini und Giugno (1610). Durch den Monumentalausgang gelangt man auf die Via Mazzini, wo wir auf der rechten Seite die unter den Visonti errichtete Mauer finden, mit Mauerschuh und Graben, ein Überbleibsel der Cittadella Nova. Wir erreichen die Kreuzung mit der Via Cattaneo, die wir entlanggehen: Auf Nr. 15 finden wir eine schöne Fassade mit gemauertem Spitzbogenfenster und ein spitzbogiges Portal mit Maskaron am Bogenschluss. An der Kreuzung mit der Via Cereto steht die Torre d’Ercole, ein Wohn-Turm der Familie Palazzi aus dem 12. Jahrhundert, der mit Steinmaterial gebaut wurde, das vom Forum Romanum stammt, vielleicht vom Bereich des Herkules-Tempels; abgeschlagen im Jahr 1258 von Ezzelino da Romano. Wir biegen rechts in die Via Cereto ein und entdecken im Vicolo S. Marco die kleine Kirche aus dem 12. Jahrhundert, einst im Besitz der adeligen Familie Avogadro. Die einfachen, strengen romanischen Linien erscheinen dank des Motivs der verflochtenen Bögen aus Backstein leichter; das Steinportal ist von einem halbkreisförmigen Bogen überwölbt.

Vicolo S. Marco und die gleichnamige Piazza haben einen zum Teil unregelmäßigen Kieselbelag

Von der Piazza S. Marco zum Museum S. Giulia
Wir kehren die Via Cattanea zurück und finden an der Kreuzung mit der Via Gambara einen neoklassischen Brunnen mit einer Tafel, auf der ein Gedicht steht, das der Brescianer Terenzio Formenti diesem Brunnen widmete. Auf Nr. 51 befindet sich der Palazzo Luzzago (heute Monti della Corte – Masetti Zannini). Aus der barocken Fassade sticht das gewölbte Steinportal, perspektivisch gebaut, um mehr Tiefe zu vermitteln, und nach links, zum Vicolo Candida hin verschoben. Der Palazzo hat zwei Fensterreihen mit Rahmen, von Bossagen unterbrochen, drei Gewölbesteine, überragt von zwei hervortretenden Abdachungen an den Fenstern des Hauptgeschosses. Unter dem Hauptgesims: Trauben und Dacherker, unterbrochen von kleinen Fenstern. Im großen Atrium mit Säulengang aus dem 15. Jahrhundert sind die gerippten Gewölbe mit kleinen ornamentalen Motiven bemalt und in die Säulen sind die Wappen der Luzzago und anderer verwandter Familien eingemeißelt. Auf Nr. 55 erhebt sich der wundervolle Palazzo Fenaroli (früher Cigola di Muslone), der im 16. und 17. Jahrhundert errichtet wurde. Er zeigt sich in einer strengen, eindrucksvollen Architektur, die durch eine marmorartige Fassade aus dünnem Bossenwerk (abgestuft an den beiden Stockwerken) charakterisiert ist sowie durch die Lisenen, die die beiden Fassaden durchziehen: zur Via Cattaneo (16. Jahrhundert) und zur Piazza Tebaldo Brusato (17. Jahrhundert). Die Fenster sind von einem einfachen Rahmen umgeben und von einem hervortretenden Tympanum überragt, sie ruhen auf zwei kleinen Konsolen. Das Hauptgesims ist mit Marmor verziert und mit weiblichen Gestalten, die das Regenwasser ausgießen. An der Seite des Portals von Beretta finden wir zwei mächtige Atlanten; es ist von einem Steinbalkon mit einem Geländer überragt, das mit Meeresnixen und einem „stummen“ Schild in der Mitte verziert ist, mit Medusenköpfen und Greifvögeln an den Seiten. Von hier hat man Zugang zum westlichen Hof, der den ältesten Teil des Palastes darstellt, mit einem Laubengang aus dünnen Säulen im Renaissance-Stil und den kannelierten Kapitellen, auf denen sich eine Loggia befand, die heute vermauert ist. Der östliche Teil des Gebäudes, aus dem 12. Jahrhundert, zeigt auf die Piazza Tebaldo Brusato und hat eine großartige Fassade, die in der Mitte von einer Attika erhöht wird.
Wir gehen auf dieser Seite der Piazza weiter und erreichen das Vicolo Settentrionale, das uns in die Via Musei und zum Museum S. Giulia führt.

Die Pflasterung im Vicolo Settentrionale ist sehr unregelmäßig.

Santa Giulia, das Museum der Stadt
Das Museum ist um den Gebäudekomplex S. Salvatore errichtet, ein Kloster der Benediktiner-Nonnen, das im Jahr 753 von Ansa, der Gemahlin des langobardischen Königs Desiderius, gegründet wurde und sich als vielfältige Gebäudestruktur am Fuße der Brescianer Burg zeigt, entlang der Via Musei, in der Vergangenheit Hauptdekuman der römischen Stadt.
Das Kloster wurde in einer Zone errichtet, wo schon in der Römerzeit bedeutungsvolle domus standen. Zur Zeit der Langobarden wurde es zu einem der wichtigsten und angesehensten Klosterkomplexe Norditaliens und im Jahr 915 der Hl. Julia geweiht. Aufgelöst im Jahr 1798, wurde der Komplex zum militärischen Gebiet erklärt und kam später in den Besitz der Stadt Brescia.

Das Museum S. Giulia ist durchgehend barrierefrei; die Zugangsrampen zu einigen Sälen sind stark abschüssig. Im Museum gibt es behindertengerechte Restaurants und Toiletten.

Die Struktur wurde immer wieder erweitert, insbesondere zur Zeit der Kommunen (12. Jahrhundert) und im späten 15. Jahrhundert. Sie umfasst drei Säulengänge und drei Kirchen aus verschiedenen Zeitaltern: die langobardische Basilika S. Salvatore, die romanische Kirche S. Maria in Solario und die Renaissance-Kirche S. Giuglia. Der Ausstellungsraum des Stadtmuseums (zirka 12.000 Quadratmeter) rekonstruiert die Geschichte Brescias, von der Bronzezeit bis zum 20. Jahrhundert. Gezeigt werden archäologische Funde, Mosaike, Fresken, architektonische und dekorative Elemente, Statuen und Kunstwerke. Es gibt folgende Abschnitte: im Kellergeschoss der archäologische Bereich, die Vor- und Frühgeschichte, die Römerzeit und das Territorium;

Für den Besuch empfehlen wir den Erwerb der Ausstellungskataloge im Bookshop.
Öffnungszeiten: Oktober / Mai 9.30 – 17.30; Juni / September 10-18. Montag geschlossen

im Erdgeschoss die Römerzeit mit dem Domus Ortaglia, das Hochmittelalter (Langobarden und Karolinger), die Kirche S. Salvatore, das Zeitalter der Kommunen und der Signorien, das venezianische Zeitalter und das Kloster; im ersten Stock S. Maria in Solario, S. Giulia und der Chor der Nonnen; Sammlungen, angewandte Künste und das venezianische Zeitalter.
Wir gehen am Ausgang des Museums, in der Via Musei, nach rechts und finden auf Nr. 50 den Palazzo Benasaglio (früher Maggi di Gradella, dei Podestà), der gegen 1554 von Beretta erbaut wurde. Er zeigt eine einfache, elegante Rustika-Fassade, aus der das Portal mit seinen zwei hohen, kannelierten dorischen Halbsäulen hervorsticht so wie die zwei Fensterreihen, die im Hauptgeschoss (dem „piano nobile“) mit einem Architrav versehen sind, der auf kleinen Konsolen ruht. Das Hauptgesims ist mit Voluten über einem Streifen mit Eierstäben und Tropfenplatten verziert; das Atrium hat eine Decke mit hölzernem Tragwerk und die Vorderseite wird von hohen jonischen Säulen gestützt; am Ende des Hofes befindet sich der neoklassische Brunnen von Vantini (1932) mit einer Statue von Emanueli.

Die Ostseite der Piazza del Foro hat eine zum Teil unregelmäige Pflasterung

Wir gehen weiter zur Piazza del Foro, dem Zentrum des Colonia civica augusta Brixia, heute die wichtigste archäologische Fundstätte in der Lombardei. Das Forum erstreckte sich vom Dekuman (Via Musei) bis zur Via Cattaneo über eine Länge von 139 Metern und eine Breite von 40 Metern. Grandios ist der kapitolinische Tempel oder das Kapitol.

Es wurde im Jahr 73 nach Christus errichtet (laut der Inschrift an der Vorderseite), und zwar unter dem Kaiser Vespasian, auf den Resten eines früheren Tempels aus der Zeit der Republik, und war der kapitolinischen Dreiheit geweiht: Jupiter, Juno und Minerva. Das Gebäude hatte verschiedene Ebenen, Terrassen und Stiegenaufgänge und folgte dem natürlichen Verlauf des Bodens mit beachtlichem szenischem Effekt. Vom Geländer in der Via Musei aus kann man die Pflasterung des Dekumans sehen. Von hier aus führte eine breite Stiege zwischen zwei Marmorfassaden hindurch, mit Lesinen und Rundbögen, die den sakralen Bereich des Tempels begrenzten. Die Stiege führte auf die Ebene des kapitolinischen Bereichs, der auf drei Seiten von einem drei Meter hohen Stylobat umgeben war; darauf standen der Tempel und an den Seiten die beiden Säulengang-Flügel.

Von dieser Ebene ging eine weitere Stiege weg, umgeben von zwei Brunnen, die zur sechssäuligen Vorhalle (Pronaos) führt, mit 11 Meter hohen Säulen, auf denen der dreieckige Frontgiebel ruht. Die korinthischen Säulen (sechzehn, von denen nur eine erhalten blieb – auf der linken Seite) sowie die drei Innenräume (Celle) wurden im 19. Jahrhundert von Archäologen Labus wiederhergestellt und ergänzt, unter Mitarbeit des Architekten Vantini und des Malers Basiletti, mit dem Ziel, den Tempel in ein Museum der Heimat umzuwandeln. Das Museum wurde 1830 eröffnet. An den Außenseiten der kapitolinischen Grundplatte gab es zwei Säulengänge, die am Forum entlang verliefen. Das Forum erstreckte sich bis zur Basilika oder Kurie, deren Reste auf der Piazza Labus zu sehen sind (siehe Route 2).

Auf der Ostseite der Piazza, an der Ecke zur Via Musei, befindet sich die Kirche S. Zeno al Foro (11.-12. Jahrhundert, wiedererbaut in den Jahren 1709-1739), mit ihrem eleganten, von kleinen Säulen unterbrochenen Gitterwerk. Die Säulen sind von Putten und verschlungenen Delphinpaaren gekrönt. Wenige Meter weiter sind auf einer Höhe von 4,5 Metern unter dem Straßenniveau die Reste des Säulengangs zu sehen, der das Forum Romanum begrenzte, mit einer 6,5 Meter hohen Säule aus carystischem Marmor mit korinthischem Kapitell (Restaurierung und Ergänzung von 1930). Auf der Westseite der Piazza befindet sich der älteste Teil des Palazzo Martinengo Cesaresco Novarino 1° und 2° (später Marazzani, Visconti) mit der majestätischen, einfach geformten Marmor-Fassade aus dem 16. Jahrhundert (die im Jahr 1697 umgebaut wurde).

Der Zugang zum Ausstellungstrakt des Palazzo Martinengo ist von Nr. 32 aus möglich, wenn das Personal am Kartenschalter informiert wird. Über den Innenhof mit Kiesbelag kommt man zum Aufzug (70x130 cm), der die ersten Ausstellungsräume mit der Caféterie verbindet. Die weiteren Räume sind barrierefrei, mit Ausnahme der Toiletten.

Die Fassade zeigt zwei Zwillingsportale aus Bossenquadern, perspektivisch angeordnet, die Wappen mit dem Adler der Martinengo im Zentrum der Bögen. Der Teil des Palazzo, der auf die Via Musei (Nr. 32) zeigt, stammt aus dem 17. Jahrhundert und weist barocke Formen auf. Er wurde im Jahr 1663 fertiggestellt und ist heute Sitz zahlreicher und bedeutsamer Kunstausstellungen. An der Fassade sticht das Original-Tor von Carra hervor, wo die Adler im Wappen der Martinengo als Karyatiden benutzt wurden, um den Balkon aus Stein und Schmiedeeisen zu stützen. Die Fläche des kleinen Hofes zeigt einen schönen Brunnen, darüber eine Nische mit der Statue von Scilla Martinengo und Cesare IV (1691). Der Palazzo befand sich im Besitz von Marzia Martinengo, die im Frühjahr 1807 den Dichter Ugo Foscolo beherbergte, den sie liebte. Wir gehen weiter in der Via Musei: Auf Nr. 28 steht der Palazzo Cervi (heute Ambrosi) mit einer Fassade aus nüchternem, elegantem Verputz, mit einem hohen, schrägen Portal, Bossenwerk mit Maskaron.

Auf derselben Straßenseite steht die Kirche S. Maria della Carità (1640, umgebaut im 18. Jahrhundert), deren Fassade mit zwei Granitsäulen verziert ist, die von der alten Kirche S. Pietro de Dom kommen, und von zwei Engelsstatuen aus weißem Marmor: Engel mit Lilie von  Calegari (1746) und Engel mit dem Haus von Ferretti. Wir überqueren die Kreuzung mit Via Mazzini und gehen unter der Archivolte der Caritas hindurch, ein Viadukt aus der Viskonti-Zeit, das eine direkte, geschützte Verbindung zwischen dem Broletto und der Burggarnison (siehe Route 4) ermöglichte; die Ostseite ist im Original erhalten, während die Backstein-Leiste an der Westseite jenen Teil kennzeichnet, der 1944 bombardiert wurde. Die Gestalt der Madonna wurde 1722 vom venezianischen „Capitanio“ ausgestellt, der zur Vesper herunterkam, um mit dem „einfachen Volk“ die Litaneien zu beten. Wir lassen das Gewölbe hinter uns und erreichen Piazza Tito Speri, mit dem Denkmal von Ghidoni (1888), das dem Brescianer Helden der „Zehn Tage von Brescia“ gewidmet ist, der 1853 auf dem Glacis von Belfiore (MN) gehängt wurde. An der Ecke der Piazza befindet sich der Brunnen Tagliaferri; er wurde am Ende des 19. Jahrhunderts mit den Bruchstücken gebaut, die vom anliegenden Kloster der Heiligen Cosma und Damiano herkamen.

Nach wenigen Metern befinden wir uns gegenüber der Torre di Porta Bruciata (12. Jahrhundert). In der Römerzeit war dies die porta mediolanensis (später Tor der Paraveredi oder der Postboten), der östliche Ausgang der Stadt. Der Turm (mit sieben Stockwerken, zirka 30 hoch) brannte zweimal; die ghibellinischen Zinnen und die Konsolen wurden im 14. Jahrhundert neu errichtet; der heutige Turm ist in einen kompakten Bauwall integriert, der einst zur Citadella Nova gehörte. Im 15. Jahrhundert war das Tor das Endziel der Frauen-, Kinder- und Ritterrennen, die von der Pallata (siehe Route 3) aus starteten.
Zwischen den Häusern versteckt, der Eingang unter dem Gewölbe, steht die Kirche S. Faustino in Riposo, genannt S. Rita (Ende 12. Jahrhundert). Sie entstand auf den Ruinen einer Kapelle aus dem 8,/9. Jahrhundert, wo die feierliche Prozession anhielt, die die Leiber der Schutzheiligen Faustino und Giovita trug. Das Äußere der Kirche, sichtbar von der Piazzetta auf der rechten Seite der Porta Bruciata (verbranntes Tor), ist durch

Der Eingang zur Kirche S. Faustino in Riposo hat eine 13 cm hohe Stufe.

eine zylindrische Trommel aus regelmäßigen Quadern gekennzeichnet, die einen kegelförmigen Schaft mit großen halbkreisförmigen Spitzen aus Backstein stützt, auf dem, getrennt durch ein Steingesims, eine zylindrische Glockenstube mit runden Fließen ruht, die ebenfalls aus Ziegeln und gezackt angeordnet sind.

Von der Porta Bruciata zur Piazza Paolo VI

Wir kehren durch die Via Beccaria zur Piazza Paolo VI. zurück beenden unsere Route mit einer Besichtigung des Neuen und des Alten Doms.

Zugang zum Neuen Dom über die Außenrampe am Domplatz

Der Neue Dom, der in den Jahren 1604 bis 1825 erbaut wurde, dominiert die Ostseite der Piazza. Die Kuppel wurde von Vantini nach einem Plan von Cagnola errichtet und nach den Bombardements im Jahr 1943 wiederaufgebaut. Die imposante Fassade aus weißem Botticino-Marmor zeigt zwei heterogene Säulenreihen, ein dreieckiges Tympanon (mit dem Wappen der Stadt), gekrönt von den Statuen von Carboni, Salterio und Possenti (1792). Unten öffnet sich das Hauptportal, auf dem zwischen reichen Girlanden die Büste des Kardinals Querini von Calegari zu sehen ist; in der Apsis dann die großen Statuen der Heiligen Faustino und Giovita von Carra. Der Innenraum ist nicht weniger imposant, ausgestattet mit drei Schiffen und hohen Säulen, mit kannelierten Lisenen und den massiven Pfeilern, die die grandiose Kuppel stützen, in deren Pendentifs zwischen barocken Kartuschen die Büsten der Evangelisten von Calegari dem Jüngeren und von Carloni zu sehen sind. Unter den zahlreichen Kunstwerken seien hier folgende genannt: am ersten Altar rechts das große Holzkruzifix aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und in der Lunette oben das Opfer des Isaak von Moretto; auf dem dritten Altar der Sarkophag des Bischofs Apollonio, der gegen 1510 – vermutlich von Olivieri – geschaffen wurde und zweifellos eines der interessantesten Werke der Bildhauerei dieser Zeit ist. Über dem Beichtstuhl und gegenüber der Tür, die in die Sakristei führt, befinden sich zwei Werke von Nuvolone, und zwar die Heiligen Nicola, Faustino und Giovita (1679) sowie der Hl. Antonio da Padova. Auf dem Altar am Ende des rechten Kirchenschiffes (Glaube und Demut) wie auch im Presbyterium (S. Gaudenzio und S. Filastio) erheben sich die Statuen von Calegari (1783-89). Am Ende des linken Schiffes sieht man auf einem Marmoraltar aus dem 16. Jahrhundert die Erscheinung der Maria Assunta vor den Heiligen Carlo Borromeo und Francesco und dem Bischof Marin Giorgi (1627) von Palma dem Jüngeren. Im Mittelteil der linken Seitenwand befindet sich das Denkmal für Paolo VI. (1984) von Scorzelli, überragt von der Heimsuchung Mariens, der Hochzeit und der Einführung Jesu im Tempel von Romanino, Werke, die einst die Anten der Orgel im Alten Dom schmückten.

Der Alte Dom kann nur im Galerie-Bereich besichtigt werden.

Angrenzend an die Kathedrale befindet sich der Alte oder Runde Dom. Er wurde von den Meistern von Como (11.-12. Jahrhundert) auf den Resten der alten Basilika S. Maria de Dom (6. Jahrhundert) errichtet, die 1097 durch einen Brand zerstört worden war. Nach zahlreichen Veränderungen im Lauf der Jahrhunderte bekam der Dom 1881 – 1889 wieder seine runde Originalform.
Von außen zeigt sich der Alte Dom als ein Gebäude mit rundem Grundriss, mit Trommel aus regelmäßigen Gewölbesteinen und halbkreisförmiger Kuppel; die nüchterne Schlichtheit der Mauern wird durch die Lisenen und die Verzierungen der kleinen Ziegelbögen aufgehellt, die unter dem Dach zusammenlaufen, von den tiefen blinden Nischen und von den drei Öffnungen, von einem profilierten Gesims umgeben, die zusammen mit den kleinen Bogenfenstern Licht in das Dominnere einlassen. Das Portal mit seinen barocken Formen ist eine Kopie des Portals von Piantavigna aus dem Jahr 1571. Das Dominnere, streng und grandios, wird von einem weiten Hauptraum beherrscht und von einer Kuppel bedeckt, die auf acht großen Rundbogen ruht, die von trapezförmigen Pfeilern gestützt werden. Rund um diesen zentralen Raum, verbunden durch zwei Stiegen, verläuft ein Chorumgang, der im Westen erhöht ist und als Galerie diente. Hier können wir das Grabdenkmal des Bischofs Berardo Maggi (1308) bewundern. Aus rotem Veroneser Marmor, zeigt das Grabmal auf der einen Seite den liegenden Bischof, umgeben von den Symbolen der Evangelisten und den Heiligen Faustino und Giovita; auf der gegenüberliegenden Seite den Friedenseid zwischen den Brescianer Guelfen und Ghibellinen, und am Rande die Heiligen Petrus und Paulus. Die Stiegen seitlich der Eingangstür führten auf den Turm, der die Galerie überragte und im Jahr 1708 einstürzte; unter der rechten Stiege findet man eine Skulptur auf dem 13. Jahrhundert, die den Hl. Bischof Apollonio darstellt. Von der Galerie aus können wir bewundern: neben der Kapelle rechts den im Campioneser Stil geschaffenen Sarkophag des Bischofs Balduino Lambertini (1349) und neben der Kapelle links das Grabmal des Bischofs Domenico de Dominici (1478). Im Presbyterium ist in schwarzem Marmor der ursprüngliche Umkreis der Basilika und die Fragmente von Mosaiken aus dem 6. Jahrhundert sichtbar; hinter dem Hauptaltar (14. Jahrhundert) sieht man Mariä Aufnahme in den Himmel von Moretto (1526), die Holz-Chorstühle von Soresina (1522) und die grandiose Orgel von Antegnati (1536). Im Mittelteil des Querschiffs ist die reiche Fresken-Dekoration aus dem 13. Jahrhundert vollständig erhalten geblieben.
 

 

 

 

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