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Der älteste Teil der Stadt

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Der Piazzale Arnaldo trägt seinen Namen seit 1897. Er verdankt ihn der großen Bronzestatue „Arnaldo von Brescia“, einem Werk von Odoardo Tabacchi aus dem Jahre 1882 (mit einem Sockel von Antonio Tagliaferri), die sich in der Mitte des Platzes befindet. Die Statue erinnert an den Mönch, der gegen die Korruption des Klerus predigte und 1155 hingerichtet wurde. Auf diesem Platz fand im letzten Jahrhundert der Getreidemarkt statt: Das neuklassizistische Gebäude auf der Südseite des Piazzale Arnaldo ist der Mercato dei Grani (Getreidemarkt), auch „Granarolo“ genannt, und eines der Schönsten seiner Art. In der Nähe der Ampel befinden sich zwei kurze, gegenüberliegende Laubengänge, die als Zollstellen Anfang des 19. Jh.s errichtet wurden und das abgerissene Tor Porta di Torrelunga ersetzen sollten, das einst den östlichen Ein- und Ausgang der Stadt (in Richtung Venedig) kennzeichnete.
Am Ende des Platzes (hinter dem Denkmal von Arnaldo) geht es rechts zur Piazza Tebaldo Brusato, der gegen Ende des Jahres 1173 gebaut wurde. Auf ihm wurden bis zum 17. Jh. wichtige Märkte veranstaltet (im Mittelalter fanden hier Kämpfe, Duelle, Wettspiele und Turniere statt). Im Jahre 1820 wurde er zu einem öffentlichen Park mit zwei neuklassizistischen Brunnen umgebaut: die angepflanzten, großen Rosskastanien kann man heute noch bewundern. Zu den Plätzen Arnaldo und Tebaldo Brusato kann man auch mit dem Auto fahren (ab hier ist die Innenstadt dann teilweise für Fahrzeuge gesperrt) - sie sind deshalb für die Brescianer ein beliebter abendlicher Treffpunkt, wozu auch die vielen Restaurants, Eissalons und Kaffees beitragen.
Unter den alten Gebäuden, die den Platz einrahmen, fällt besonders der Palazzo Cigola (Hausnr. 35) wegen seiner prächtigen Marmorverzierungen ins Auge. Er zählt zu den bedeutendsten Brescianer Residenzen und wurde Ende des 16. Jh.s errichtet und im 18. Jh. erweitert: Er blickt mit einem imposanten Portal, über dem sich ein Balkon und darüber drei Fenster befinden (die Attika mit krönender Fiale), auf den Platz. Bevor man den Platz in nördlicher Richtung verlässt, um in die Via Musei zu gelangen, kann man noch den Palazzo Maggi (Hausnr. 22) bewundern.
Die Via dei Musei entspricht dem sogenannten „Decumano massimo“ aus römischer Zeit, d.h. der Hauptstraße, die ca. 5 m unter dem heutigen Straßenniveau verlief und die Richtung von Ost nach West innerhalb des alten Kerns von Brixia (einem seit dem 2. Jh. n. Chr. von einer 3 km langen Stadtmauer eingegrenzten Gebiet) kennzeichnete. In der Via dei Musei befinden sich zahlreiche imposante Monumente: Unter ihnen stechen vor allem die wertvollen römischen Überreste des „Capitoliums“ (Kapitol) hervor , das zusammen mit dem Forum und dem Römischen Theater zu den restaurierungsbedürftigsten Gebäuden in ganz Norditalien gehört (sog. „architektonische Notfälle“). Dem Langobardischen Zeitalter verdankt die Straße stattdessen eines der bekanntesten und wertvollsten Zeugnisse der Langobarden: das Kloster von San Salvatore – Santa Giulia. Es steht in einem Gebiet, das in archäologischer Hinsicht zu den reichsten der Stadt zählt (hier wurden Spuren von Siedlungen aus dem Eisernen Zeitalter bis hin zu den Römern und Langobarden gefunden). Im Inneren des Klosters kann man die Überreste von römischen „Domus“ bewundern: die hochmittelalterliche Basilika von S. Salvatore, die Kirche von S. Giulia und die kleine Gedächtniskapelle von S. Maria in Solario, in der auch der sog. Schatz von Santa Giulia ausgestellt ist. Das Kloster bildet zudem eine Einheit mit der Ausstellungsfläche des Stadtmuseums, einem Museumskomplex von 12.000 m2, der 1999 eröffnet wurde. Seitdem zieht das Stadtmuseum Liebhaber der Kunst und der Geschichte an, die hier über 11.000 Fundstücke bewundern können, die aus der Zeitspanne von der Vorgeschichte bis zum Venetischen Zeitalter stammen (Römisches, Langobardisches und Karolingisches Zeitalter, Kommunalzeit und Zeit der „Signorie“).
In der Via Musei befindet sich die Südseite des Gebäudes von Santa Maria in Solario; es handelt sich hierbei um die einzige Fassade der kleinen mittelalterlichen Gedächtniskapelle, die nicht in den Klosterkomplex von S. Salvatore – Santa Giulia eingebunden ist. Die nach außen hin sichtbare Südseite besteht aus massiven Mauern, die mit Lisenen und kleinen hängenden Bögen verziert wurden; in den Bögen befinden sich Steine mit lateinischen Inschriften, die noch von römischen Gebäuden stammen.
Im Gebäude mit der Hausnr. 81 ist die Leitung des Stadtmuseums untergebracht  zusammen mit dem Fotoarchiv und der Bibliothek. Fast gegenüber befindet sich das Haus Casa Benasaglio mit der Hausnr. 50. Es wurde erst kürzlich restauriert und zeichnet sich durch ein schönes Tor und einen herrlichen Brunnen von Vantini (1832) mit einer Statue von Emanueli aus, der im Hof hinter dem Laubengang mit zwei Spannweiten steht.
Geht man an der Außenfassade des Klosters entlang und biegt dann rechts ab, kommt man in die alte Straße Via Piamarta, die zur Burg hinaufführt. Hier befindet sich auch die Kirche von Santa Giulia im Renaissancestil. Sie besteht aus zwei Teilen: dem Nonnenchor aus der zweiten Hälfte des 15. Jh.s, der mit Freskomalereien von Floriano Ferramola und Paolo da Caylina il Giovane (Anfang des 16. Jh.s) geschmückt ist, und dem Kirchenschiff mit einem Tonnengewölbe, das Ende des 16. Jh.s gebaut wurde. Die Marmorfassade trägt zwei Reihen schneckenartiger Wandverzierungen, und auf der Spitze des Tympanums befindet sich die Statue der Santa Giulia.
Weiter vorne befindet sich auf der rechten Seite die Treppe, die zur Jesuitenklosterkirche Chiesa del Santissimo Corpo di Christo führt, mit deren Bau man 1501 begonnen hatte. Sie besticht durch ein bemerkenswertes Renaissanceportal aus Marmor sowie durch teilweise schon verblichene Freskomalereien aus dem 15. und 16. Jh. im Innenraum und in den Kreuzgängen. Bemerkenswert sind auch die Verzierungen der Kapellen an der rechten Seite, die ca. in der Mitte des 17. Jh.s von Benedetto Marone mit „Szenen aus der Heiligen Schrift“ geschaffen wurden.
Beim Hinabsteigen bemerkt man auf der rechten Seite das „Xenodochio“ aus dem 9. Jh., einst eine Herberge für Reisende, die von den Benediktinernonnen des benachbarten Klosters geleitet wurde. Heute befindet sich hier eine Konditorei.
Gleich daneben beginnt der Vicolo del Fontanone, der seinen Namen der Wäscherei an der Ecke verdankt. Der Palazzo Maggi Gambara, der Ende des 15. Jh. auf den Überresten des Parterres des Teatro Romano errichtet wurde, trägt die Hausnr. 1.
Wir befinden uns nun im Herzen der Brixia Romana.

An der Ecke Piazza del Foro/Via Musei befindet sich die Kirche von San Zeno in Foro, die in der ersten Hälfte des 18. Jh.s wieder aufgebaut wurde (Besichtigungen möglich dienstags bis donnerstags von 16 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr). Der Kirchplatz vor der Kirche wird von einem Gitter mit Putten und Delphinpärchen umgeben. Auf der gegenüberliegenden Seite der Piazza befindet sich das Gebäude, das zur Zeit der Römer den freien und gepflasterten Platz beherrschte: Es handelt sich um den Palazzo Martinengo Cesaresco Novarino. Der Teil des Gebäudes, der auf die Piazza del Foro blickt, ist der älteste und stammt aus dem 17. Jh.. In der Hausnr. 6 ist das Kulturdezernat der Provinz Brescia untergebracht, das bedeutende Ausstellungen in restaurierten Gebäuden veranstaltet. Im Kellergeschoss des Palazzo kann man ein großes Modell der archäologischen Fundstätte des römischen Forums, die Überreste einer römischen Thermalanlage und der Mauer des Forums sowie einige „Tabernae“ bewundern. Geht man die Piazza del Foro hinunter, kann man die Ausmaße des monumentalen Zentrums der Brixia Romana erahnen. Biegt man dann rechts in die Via Laura Cereto ein, kommt man an die Torre d’Ercole, einem 15 m hohen Wohnsitz aus dem Hochmittelalter. Dieser Herkulesturm wurde mit aus dem römischen Forum geraubten Baumaterial errichtet und dann von Ezzelino da Romano gekappt. Er befindet sich an der Kreuzung zwischen dem „Decumano“ und dem „Cardo massimo“. Überquert man die Via Cattaneo, lässt man auf der rechten Seite die romanische Apsis der Kirche von S. Marco Evangelista hinter sich und kommt zur Piazzetta Labus. Auf deren Nordseite kann man zwischen den Häusern die Überreste der hinteren Fassade der Kurie, die das Forum nach Süden hin eingrenzte, bewundern.
Nach dem Vicolo S. Clemente kommt man zu den Sträßchen, die noch zur Zeit der Römer angelegt wurden. Sie wurden dank der Umsichtigkeit der Stadtverwaltung wieder ans Tageslicht gebracht und sind ein positives Beispiel für die gelungene Aufwertung einer ruhigen Wohngegend, die zu den ältesten der Stadt gehört. Auf der Piazzetta S. Clemente steht die gleichnamige Kirche. Das Gebäude gab es bereits im 11. Jh. und wurde dann im 15. sowie 16. Jh. umgebaut. Nach einem Entwurf des Architekten Rudolfo Vantini wurde es später (ca. 1840) drastisch verändert. In der Kirche befinden sich zahlreiche Werke von Moretto, der hier auch begraben ist; in der zweiten Kapelle kann man zudem rechts ein Gemälde von Gerolamo Romanino bewundern („Cristo risorto fra i santi Caterina e Agostino“ [Der auferstandene Christus zwischen den Heiligen Caterina und Agostino]).
Geht man an einer Reihe mittelalterlicher Gebäude vorbei, kommt man in die Via Trieste, in der sich zahlreiche Antiquitäten- und Restaurierungsgeschäfte befinden. Der Palazzo Martinengo Cesaresco, heute Sitz der Universität Cattolica und des Institutes Arici, trägt die Hausnr. 17. In der Mitte des 16. Jh.s hatte der Architekt Ludovico Beretta mit dem Bau dieses Gebäudes begonnen. Die Fassade besticht durch ein imposantes Marmorportal von Iacopo Medici, an dessen Spitze sich ein Wappen mit dem Adler der Familie Martinengo befindet. Im Kellergeschoss kann man Überreste aus römischer Zeit, Mosaiken und Affresken eines republikanischen Gebäudes besichtigen (2.-1. Jh. v. Chr.), das im 1. Jh. n. Chr. wieder aufgebaut und dann im 3. Jh. in einen Thermalsaal verwandelt wurde. An der Hausnr. 31 befindet sich ein im Kloster S. Clemente untergebrachtes Schulgebäude, das im 17. Jh. restauriert wurde. An der Kreuzung Via Trieste/Via Veronica Gambara befindet sich eine Mauer, die der Überlieferung nach von den Brescianern errichtet wurde, um sich vor den Barbaren zu schützen.
An der Hausnr. 39 kann man eines der bedeutendsten Beispiele barocken Geschmackes in Brescia sehen: der Palazzo Soardi (heute Bruni-Conter), der um das Jahr 1730 herum von dem Architekten Antonio Turbino auf einem Gebäude aus dem 15. Jh. errichtet wurde. Das ganze Gebäude spiegelt die Vorliebe des Bauherren für einen auffallenden Baustil wider: Die Fassade wird durch die Festonen des Steinportals belebt, während der Blick dann wie durch ein Fernglas auf das Atrium, den Laubeninnenhof und den dahinterliegenden Garten, der von einem Eisengitter mit drei Steinarkaden eingerahmt wird, frei wird. Am Ende bleibt der Blick dann in südlicher Richtung gegenüber dem Palazzo auf dem Brunnen liegen, einem Werk von Antonio Callegari, der Neptun darstellt und in einer Nische neben der Kirche steht.
Die Kirche von Santa Maria Calchera  steht auf dem gleichnamigen Platz. Sie wurde im 18. Jh. fast vollständig wieder aufgebaut und bewahrt in ihrem Inneren in der zweiten Kapelle rechts eines der besten Werke des Jungen Romanino S. aus dem 16. Jh. auf: „Apollonio Vescovo e i comunicandi santi Faustino, Giovita, Afra e Italico“ (Der Bischof Apollonio und die Kommunikanten Heiligen Faustino, Giovita, Afra und Italico).
Südlich der Kirche befindet sich das Haus Casa Bisogni, heute ein Versammlungssaal, mit Freskomalereien aus dem 14. Jh. Das Niccolò Tartaglia gewidmete Denkmal beherrscht den Platz seit dem Jahre 1918; es wurde von Luigi Contratti mit der für die Renaissance und den Realismus charakteristischen Gemessenheit in Stein gehauen und ist ein Geschenk der Universität zu Ehren des großen Brescianer Mathematikers aus dem 16. Jh..
Das Gitarrenmuseum für Musikinstrumente und Brescianer Liturgie trägt die Hausnr. 34
Von hier aus geht man in die Via Tosio, wo der Palazzo Tosio die Hausnr. 10, 12 und 14 einnimmt. In ihm befindet sich der Sitz der bekannten Bescianer Universitätsakademie für Wissenschaft, Literatur und Kunst. Das Gebäude setzt sich aus drei Häusern zusammen; die Fassade, so wie man sie heute bewundern kann, ist ein Werk des Architekten Vantini, der hier eines der außergewöhnlichsten neuklassizistischen Privatgebäude schuf .
Die Hausnr. 6 in der Via Tosio ist der Palazzo Martinengo da Barco (heute Beretta), der im 17. Jh. an der Stelle errichtet wurde, an der man die antike Stadtmauer eingeebnet hatte. Vom Atrium aus bemerkt man den Hof, der von einem Gitter umgeben ist, auf dem Statuen thronen. Hinter dem Hof befindet sich der Garten, der bis zu einem zweiten prunkvollen Gitter aus Marmor und Schmiedeeisen reicht, das man auch vom Corso Magenta aus sehen kann.
Man kommt dann zum Corso Magenta, den man in östliche Richtung entlanggeht. Die Hausnr. 27 trägt der Palazzo Bargnani, der in der ersten Hälfte des 16. Jh.s errichtet und dann nach einem Entwurf des Architekten Rodolfo Vantini mit den angrenzenden Gebäuden verbunden wurde.
Danach kommt man zum Konservatorium „Luca Marenzio“ (die ehemalige Tito-Speri-Schule), das im Jahre 1837 von dem Architekten Luigi Donegani entworfen wurde, wobei man sich für den Bau einen Teil des antiken Augustinerklosters San Barnaba zunutze machte. Der Hauptteil des Gebäudes besticht durch einfache Linien und einen Tympanum, der auf vier ionischen Säulen liegt. Gewidmet ist das Gebäude dem Brescianer Helden des Renaissancezeitalters, Tito Speri.
Es folgt die ehemalige Kirche San Barnaba mit einer barocken Marmorfassade aus dem Jahre 1675; sie wird heute als Auditorium genutzt. An der Hausnr. 50 befindet sich der Eingang zum Salone da Cemmo, der antiken Bibliothek des Augustinerklosters San Barnaba. Sie besticht durch eine Holzdecke in Kastenform und einen Freskenzyklus von Giovan Pietro da Cemmo aus dem Jahre 1490.
In den dazugehörenden Gärten stehen zwei Denkmäler: Das erste Denkmal, „Ala della libertà“ (Flügel der Freiheit), ist den Helden des Brescianer Widerstandes (1970) gewidmet, das zweite Denkmal, „Gli emigranti“ (Die Emigranten), wurde im Jahre 1891 von Domenico Guidoni geschaffen und besteht aus einer Bronzegruppe, die durch ihre psychologische Intensität beeindruckt.
Der Palazzo Poncarali, heute Sitz des Humanistischen Gymnasiums Amaldo, trägt die Hausnr. 56 und wurde in der ersten Hälfte des 17. Jh. errichtet. Auch im Kellergeschoss dieses Gebäudes wurden wie in vielen anderen der umliegenden Stadtviertel römische Überreste gefunden.
Die Kirche von Sant’Afra in Sant’Eufemia steht genau an der Stelle, an der die Via Magenta in den Piazzale Arnaldo mündet. Das Kirchengebäude mit der ausdrucksstarken Marmorfassade wurde 1776 auf den Grundsteinen eines Gebäudes aus dem Jahre 1462 errichtet, von dem man heute den Chor und die Krypta sehen kann. Die Kirche bewahrt in ihrem Inneren in der ersten Kapelle links ein bemerkenswertes Werk des reifen Paolo Veronese auf: „Martirio di Sant’Afra“ (Das Martyrium der Heiligen Afra) von ca. 1575; an den Seiten befindet sich das Werk „I Santi Faustino e Giovita“ (Die Heiligen Faustino und Giovita) von Palma il Giovane.
Wertvoll ist auch die Krypta mit drei Schiffen, in der man noch Spuren von Freskomalereien aus dem 15. Jh. bewundern kann. Über dem Altar befindet sich das Werk „Natività“ (Die Geburt), ebenfalls aus dem 15. Jh.