Comune di Brescia tourism website: useful information about what to see and where to go.

  • English
  • Français
  • Deutsch
  • Español
  • Italiano

Der Ursprung der Stadt und das römische Brescia

Modifica:

Die hügelige Beschaffenheit des Bodens, auf dem sich Brescia erhebt, hat der Stadt ihren Namen gegeben: Brixia stammt von „brg, brig, brik“, einem keltischen oder ligurischen (oder vielleicht noch älteren) Ausdruck, der Anhöhen oder hoch gelegene Orte bezeichnet. Die erste nachgewiesene Ansiedlung geht auf die späte Bronzezeit (1200 v. Chr.) zurück. Sie befand sich auf dem Cidneo-Hügel, der nach dem mythischen Cidneo, König der Ligurer, benannt ist, der den Hügel befestigen ließ. Brixia wurde dann als Hauptstadt der Gallier zu einem wichtigen Zentrum. Seine Geschichte als durchorganisiertes Stadtzentrum begann jedoch erst mit der Besetzung durch die Römer und dem späteren römischen Bündnis: Im Jahre 89 v. Chr. erhielt Brixia die „Lateinische Rechtssprechung“ und im Jahre 49 v. Chr. das volle römische Bürgerrecht. Die friedliche Romanisierung der Stadt konnte aber erst 27 v. Chr. vollendet werden, als Ottaviano sie in den Stand einer städtischen Kolonie („Colonia Civica Augusta“), die einzige in ganz Norditalien, erhob.

In jenen Jahren wurde aus dem Dorf ein bedeutender Vorposten in politischer, militärischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Außer der Landwirtschaft und dem Handel blühten auch der Marmor- und Eisensektor sowie das Handwerk – und allen voran die Metallverarbeitung. Brixia gewann auch als Grenzstadt zwischen den senatorischen (vor den Alpen) und den kaiserlichen Provinzen (jenseits der Alpen) an Bedeutung.
** Im 1. Jh. v. Chr. erhielt das Dorf die ersten städtischen Merkmale, wobei der Grundriss einem Castrum (Militärlager) glich: Auf einer viereckigen Fläche von ca. 800 bis 840 m folgten die Straßen einer geraden Linie und überschnitten sich dann rechtwinklig, wodurch die sog. Insulae, die Häuserblöcke, entstanden. Der Decumanus maximus, die Hauptstraße von Osten nach Westen, stellte das Stadtinnere der Via Emilia Gallica dar, die Mailand mit Verona verband und heute der Via Musei entspricht. Der Cardus (die Straße von Norden nach Süden) ist die heutige Via Agostino Gallo. Innerhalb der drei Kilometer langen Stadtmauer konnten sich die Bürger frei bewegen und zum Foro, dem Hauptplatz, gelangen. Dank Kaiser Vespiano gewann dieser Platz in der zweiten Hälfte des 1. Jhs. n. Chr. durch den Bau eines neuen Tempels (das Capitolium) sowie durch die Curia (eine bürgerlichen Basilika, die als öffentliches Gebäude die Justizverwaltung beherbergte) und das Teatro an Bedeutung. Im Südosten der Stadt wurden die öffentlichen Thermen gebaut, die durch eine 25 km lange Wasserleitung mit Wasser aus Lumezzane versorgt wurden.
Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung, zu der Brixia als 6000-Einwohner-Stadt in der Kaiserzeit gelangte, wird auch von wertvollen Resten der römischen Domus (Häuser der damaligen Aristokratie) an der Hauptstraße (der Decumanus) bezeugt – entdeckt wurden sie im Kreuzgang und im Hof von Santa Giulia, unter der Basilika von San Salvatore, im Gemüsefeld des Klosters von Santa Giulia und im Bereich des Artigianelli-Institutes.
Nachdem Brixia mehrere Jahrhunderte lang eines der Hauptzentren im zisalpinischen Gebiet gewesen war, erlebte es nun gegen Ende des 3. Jhs. n. Chr. den Beginn seines Niederganges: Wenn auch in wirtschaftlicher Hinsicht anfangs nicht geschädigt, wurde es langsam von der wachsenden Macht von Mediolanum verdrängt, das unter Diocleziano zu einer der Hauptstädte im Weströmischen Reich wurde.
Das spätantike Zeitalter (4.–5. Jh. n. Chr.) wurde durch die Ausdehnung der Stadtmauern nach Westen hin (über das Gebiet hinaus, das heute der Piazza Vittoria und der Piazza della Loggia entspricht) und dem Bau der ersten Kirchen nach der Legalisierung des christlichen Glaubens (313 n. Chr.) gekennzeichnet. Die beiden Kathedralen Santa Maria Maggiore und San Pietro de Dom (an ihrer Stelle befinden sich heute der Alte und der Neue Dom) sowie die heute nicht mehr existierende Taufkapelle waren damals die Kennzeichen eines wichtigen Stadtteils weiter westlich im Gebiet des Heiligen Römischen Reiches.
Im 5. und 6. Jh. begann der Verfall der architektonischen und städtischen Gebäude; an ihrer Stelle blieben nach dem Einfall der Barbaren nur Trümmer, Gärten und Hütten zurück.