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Die großen Plätze in der Innenstadt

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Bahnhof (Städtisches Touristenbüro), Piazzale della Repubblica, Corso Martiri della Libertà, Via Moretto, Contrada del Cavalletto, Piazza del Mercato, Piazza della Vittoria (mit Tiefgarage), Piazza della Loggia , Piazza Paolo VI (Städtisches Touristenbüro), Via Giuseppe Mazzini, Corso Giuseppe Zanardelli, Corso Palestro.

 

Der Bahnhof („Stazione ferroviaria“) wurde in den Jahren 1852/1854 errichtet und mehrmals erweitert. Im Gesamtkomplex hat er sein ursprüngliches Aussehen jedoch behalten, und auch die Fassade mit ihren gusseisernen Stützpfeilern besteht noch in der gleichen Form. All dies unterstreicht die Bedeutung der sog. „Ferdinandschen“ Eisenbahnlinie, die die beiden großen Städte des Habsburgischen Reiches (Lombardei-Venetien) miteinander verband: Mailand und Venedig.
Am Bahnhof beginnt die Allee Viale della stazione, deren Errichtung zum ersten neuzeitlichen Abriss der Stadtmauern von Brescia führte. Das halbrunde Außenwerk, das der Verteidigung des Stadttors und des Pulvermagazins von San Nazaro (1769 von einer durch einen Blitzeinschlag verursachten Explosion zerstört) dienen sollte, bot die Grundlage für den heutigen Piazzale della Repubblica. In seiner Mitte befindet sich ein großer runder Brunnen mit einem Wasserstrahlkranz, der 1957 errichtet wurde. Eingerahmt wird der Platz von einigen interessanten Palästen: der Palazzo Togni, der 1931 von dem Ingenieur Egidio Dabbeni gebaut wurde, die heutige Camera del Lavoro (Arbeitskammer), die zwischen 1928 und 1929 von den Architekten Ottorino Gorgonio und Gherardo Malaguti für die faschistischen Gewerkschaften errichtet wurde, und an der Südseite der in den fünziger Jahren erbaute Palazzo Folonari.
Nach einer kurzen Strecke auf der Hauptstraße Corso Martiri della Libertà (nach den Partisanen benannt) biegt man rechts in die Via Moretto ein. Sie ist die längste Straße in der Innenstadt und existierte bei der Ausdehnung Brescias im 13. Jh. bereits als Trasse. In ihr befinden sich das Gotteshaus Casa di Dio (1557 von Alessandro Luzzago erbaut), der Palazzo Averoldi (Hausnr. 12), der 1544 errichtet und im 18. Jh. erweitert wurde (seine Säle sind mit Freskomalereien von Romanino und Moretto geschmückt) und der Palazzo Fenaroli (Hausnr. 14) sowie das Kloster der Augustinerinnen (später ging es an die Salesianernonnen über). An der Kreuzung mit der Straße Contrada delle Sante Croci kommt man am Krankenhauskomplex „Fatebenefratelli“ (wörtlich „Tut Gutes, Brüder“) vorbei, der sich so wie die meisten Gebäude in der Via Moretto in Kirchenbesitz befindet. Weiter geht es am Palazzo Polini (Hausnr. 27) vorbei, der in der Hälfte des 18. Jh.s nach einem Plan von Gaspare Turbino gebaut und später mit einer neuklassizistischen Fassade von Giovanni Donegani vervollständigt wurde. Man biegt dann in die zweite Seitenstraße, die Contrada del cavalletto, ein und kommt zu den Gebäuden der „Ancelle della Carità“ (wörtlich „Mägde der Barmherzigkeit“), deren Gründerin Crocefissa di Rosa war. An der Hausnr. 9 der Contrada steht eine Kirche, die dieser Heiligen gewidmet ist.
Nun kommt man zu der Hauptstraße Corso Palestro, die man überquert, um zur Piazza del Mercato, dem Marktplatz (einer der bedeutendsten Plätze der Stadt) zu kommen. Der Platz wurde im Jahre 2000 umstrukturiert und beherbergt typische kleine Verkaufsstände. 

Auf der östlichen Seite des Marktplatzes bleibend stößt man rechts auf die Via Quattro Novembre, die direkt auf die Südseite der Piazza della Vittoria führt, einem bedeutenden Beispiel des Städtebaus in der ersten Hälfte des 20. Jh.s.
Lässt man den Palazzo delle Poste rechts von sich liegen, kommt man in die Via delle Poste. Die Mauer auf der westlichen Seite der Straße gehört zu einem großen Gebäude aus römischer oder spätantiker Zeit, das man zuerst für einen „Horreus“, ein Getreidelager hielt und heute für einen „Palatium“, den Sitz der langobardischen „Curia ducis“, hält (Gian Pietro Brogiolo).
Man überquert dann die Via Alessandro Volta, die einst „Gefängnisgasse“ genannt wurde: Vom 15. bis zum 19. Jh. war in dieser Straße nämlich ein Gefängnis in dem Palast untergebracht, dessen schöne Fassade aus dem 15. Jh. auf die Piazza della Loggia blickt (die Rückseite des Gebäudes ist leider sehr verkommen). Man geht weiter durch den kleinen Laubengang zwischen dem Gebäudekomplex „Monti di Pietà“ hindurch, dessen sieben Bogen von sieben schlanken Säulen getragen werden. Diese schließen im oberen Teil mit einer in Marmor gehauenen Wandfläche aus dem 16. Jh. ab, die die Illusion eines Portals erweckt, das zu einem engeren Raum als einer Straße oder einem Platz zu führen scheint.
Man steht nun auf der Piazza della Loggia, einem lombardisch-venetischen Renaissancejuwel. Auch wenn er nicht der älteste Platz der Stadt ist, so ist es doch der harmonischste Monumentalkomplex. Gebaut wurde er auf Geheiß des Bürgermeisters Marco Foscari (1433), damit auch die Stadt Brescia den Glanz und die Pracht der Republik Venedig und ihrer Besitztümer widerspiegeln konnte.
Der Platz, auf dem sich einst die Bürger bei Ereignissen, die die Gemeinschaft betrafen, zusammenfanden, erinnert heute durch architektonische Zeugnisse an das stolze Gefühl, das die Bürger Brescias ihrer Stadt entgegenbrachten; hierbei stechen vor allem zwei für die Geschichte von Brescia bedeutenden Denkmäler hervor: Auf der Nordseite steht ein „Bella Italia“ genanntes Denkmal von Giovanni Battista Lombardi (1864), das an die Märtyrer der 10-tägigen Belagerung „Dieci Giornate“ erinnert und das einst die hohe Säule mit dem Löwen von San Marco ersetzte, nachdem diese von den Jakobinern im Jahre 1797 niedergerissen worden war. Und auf der Ostseite befindet sich der Säulenstumpf, der von Carlo Scarpa entworfen wurde und an die Opfer des terroristischen Attentats vom 28. Mai 1974 erinnert.
Auf der Westseite der rechteckigen Piazza della Loggia steht der imposante Palazzo della Loggia, heute das Rathaus von Brescia. Auf der Südseite des Platzes befindet sich der Gebäudekomplex, der „Monti di Pietà“ (Berge der Barmherzigkeit) genannt wird. An der Ostseite befinden sich die Torre dell’Orologio (Uhrenturm) und die bei den Brescianern sehr beliebten Portici (Laubengänge).
In der Nähe des Uhrenturms beginnt die Via Cesare Beccaria, die einst „Strada Nuova“, Neue Straße, genannt wurde. Die Stadtverwaltung beauftragte in der Mitte des 16. Jh.s den Architekten Ludovico Beretta mit dem Bau der Straße, um zwei Machtzentren miteinander zu verbinden: die Stadtverwaltung auf der Piazza della Loggia, die gerade gebaut wurde, und das venetische Machtzentrum im Broletto, das wie die Dome noch in der „Cittadella“ der Visconti verbarrikadiert war. Die Straße befindet sich auf einer Achse mit dem Palazzo della Loggia und schmückt das Stadtbild. Sie ist zudem eine bedeutende Handelsstraße mit Häusern, die im Erdgeschoss über Geschäftsraum und in den oberen Stockwerken über Wohnraum verfügen (wie man sie aus Venedig kennt).
Heute verbindet die Straße die Piazza della Loggia mit der Piazza Paolo VI, die als einstiger Domplatz nach dem Brescianer Papst Giovanni Battista Montini (1897-1978) benannt ist. Der Platz wurde noch zur Zeit der Brixia Romana errichtet und gehört zu den ältesten der Stadt (seine heutige Form stammt ungefähr aus der Mitte des 16. Jh.s). Er ist sozusagen das Herz der Altstadt und Mittelpunkt des religiösen Lebens (bis zum 15. Jh. auch Mittelpunkt des politischen Treibens). Auf ihm fanden große – und nicht nur religiöse – Ereignisse statt: Prozessionen und Zeremonien, aber auch Ballspiele und Feste, die von den pompösen barocken Feuerwerksgeräten belebt wurden.
An seiner Ostseite reihen sich der bemerkenswerte Gemeindepalast Palazzo Broletto (heutiger Sitz des Provinzrates, der Präfektur und des Einwohnermeldeamtes – Besichtigungen sind während der Öffnungszeiten möglich), die „Rotonda“ bzw. der Alte Dom aneinander.
An der Nordseite steht ein Brunnen mit einer Nachbildung der neuklassizistischen Statue Minerva, genannt „Brescia armata“ (Bewaffnetes Brescia); das Original stammt von Antonio Callegari (1722) und wird in den Stadtmuseen aufbewahrt. Der Brunnen wurde 1921 auf den Platz gebracht und ist ein Werk von Giambattista Cignaroli (1818).
Auf dem Platz kann man aber noch weitere architektonische Kunstwerke bewundern. Den südlichen Teil nimmt das Bankgebäude und Sitz der „Banca Credito Agrario Brescia, Banco di Brescia“ ein. Das Gebäude im Neorenaissancestil wurde Anfang des 20. Jh.s nach einem Entwurf von Camillo Arcangeli und Antonio Tagliaferri errichtet, der den Palazzo Negroboni aus dem 16. Jh. architektonisch eingegliederte; die Verzierungen, die zwischen den Jahren 1907 und 1908 von Gaetano Cresseri vorgenommen wurden, stellen Allegorien aus dem Handel und aus der Industrie dar. Im erhöhten Erdgeschoss kann man heute noch Überreste des Fußbodenmosaiks der römischen Thermen bewundern sowie einen Teil der „Cardo“, der römischen Hauptstraße in nord-südlicher Richtung.
Die West- und Nordseite des Platzes stellen eine Einheit dar und werden von den Ruinen eines tiefen und plumpen mittelalterlichen Laubenganges gekennzeichnet (beachten Sie auch die Säulen, die unterhalb der Straßenebene verlaufen, so als hätte der Platz einmal tiefer gelegen). An der Fassade des Palazzo dei Camerlenghi (Wohnsitz des für die Munition zuständigen Oberaufsehers, der für die Kanonengießerei auf dem Platz verantwortlich war) kann man die erhöhten, eleganten dreibogigen Fenster bewundern, die noch von der Fensterfront zeugen, die die gesamte Hausfassade einnahm. Gegenüber vom Neuen Dom kann man ein in das Gebäudemauerwerk eingemauerte kleine Rundschild mit dem Kopf Johannes des Täufers bewundern – es handelt sich um die letzten Überreste einer Taufkapelle, die hier 615 errichtet und dann 1625 zerstört wurde.
Verlässt man den Palazzo del Broletto durch das Ostportalt, kommt man auf die Piazza Martiri di Belfiore. Zwischen diesem Platz und der Ecke zur Via Cardinale Querini kann man in der Außenmauer des Palastes ein Stück Mauer der „Cittadella nuova“ (der im 14. Jh. von den Visconti gewollte Mauerring) in Medolo-Stein erkennen.

Geht man von der Piazza Martiri di Belfiore nach links in Richtung der Tito-Speri-Passage unter dem Cidneo-Hügel, kann man A) einen kleinen Umweg nach links in Richtung der Piazzetta Tito Speri machen oder B) an den Rundweg Nr. 1 anknüpfen, indem man nach rechts geht und östlich der Via dei Musei herauskommt.

 

A) Die Piazzetta Tito Speri ist genau der Punkt, an dem die Brescianer Patrioten während der „10 Tage“ von 1849 den Österreichern widerstanden; hier beginnt auch die Via delle Barricate, die leicht ansteigend zum Cidneo-Hügel führt und in toponomastischer Hinsicht ein gutes Beispiel dafür ist, wie man während des Risorgimento die Überfälle auf die Stadt von Seiten der in der Burg verbarrikadierten Unterdrücker abwehrte. Das Denkmal „Monumento a Tito Speri“ von Domenico Guidoni (1888) ist dem Helden Speri des Risorgimento gewidmet, der im Jahre 1851 auf den Mantuaner Stufen von Belfiore hingerichtet wurde. Der Brunnen wurde Ende des 19. Jh.s von Tagliaferri errichtet, wobei er Baumaterial von dem Kloster der Heiligen Cosma und Damiano benutzte (darunter auch Reste des Sarkophags von San Tiziano aus dem 13. Jh.). Das Kloster stand genau an derselben Stelle, wurde aber um 1300 abgerissen, um die Erweiterung der Nordseite des Palazzo Broletto zu ermöglichen.
Man geht dann am Turm der Porta Bruciata entlang. Bevor man durch das Tor des Turmes tritt, geht man leicht nach rechts und trifft auf den kleinen Platz vor dem Turm. Hier kann man noch die ursprüngliche Außenfassade der Kirche von San Faustino in riposo bewundern, die auch Kirche von Santa Rita genannt wird. Sie wurde Ende des 12. Jh.s an der Stelle errichtet, an der einst eine Kapelle aus dem 8. Jh. gestanden hatte, die wahrscheinlich während des gewaltigen Brandes im Jahre 1184 zerstört und später im 18. Jh. im Innenbereich wieder aufgebaut worden war. Die Kirche hat die Form eines Zylinders aus Stein, der von einem kegelförmigen, gezackten und stumpf verlaufenden Dach aus Backstein bedeckt wird; darüber thront eine zylindrische Glockenstube mit vier kleinen zweibogigen Fenstern, die von einer Fiale bedeckt wird, die ihrerseits mit gezacktem Backstein überdeckt ist.

B) Kommt man in den westlichen Teil der Via Musei, sieht man links an der Ecke zur Via Gabriele Rosa die Kirche von Santa Maria della Carità, die nach einem Bauentwurf des Architekten Agostino Avanzo 1640 errichtet wurde; in der ersten Hälfte des 18. Jh.s wurde sie dann gemäß der vorigen Kirche umgebaut, die an der Seite des „Konservatoriums für Verlassene“ gestanden hatte (das Konservatorium war von Laura Gambara eingerichtet worden, um Frauen aufzunehmen, denen während der Plünderung von Brescia im Jahre 1512 Gewalt angetan worden war). Die zwei Säulen aus Granit an der Fassade stammen von der zerstörten Kathedrale von San Pietro de Dom, während die Statue „Angelo con giglio“ (Engel mit Lilie) auf der linken Seite von Alessandro Calegari (1746) und die Statue „Angelo con la casa“ (Engel mit Haus) auf der rechten Seite von Antonio Ferretti stammen. Die vier unechten Statuen „Profeti“ (Propheten) sind von Enrico Albricci (1744) auf die Außenwand aufgemalte Fresken (leider wurden sie durch Unwetter beschädigt). Der Innenraum der Kirche ist achteckig mit einer laternenförmigen Kuppel und besticht durch den vielfarbigen Boden und die verschiedenen gemalten, barocken Perspektiven.
Der Palazzo Maggi di Gradella wurde im 16. Jh. nach einem Entwurf des Architekten Ludovico Beretta errichtet und zeichnet sich durch eine einfache, aber elegante Linie aus. In seinem Ostflügel kann man noch heute die Freskomalereien von Lattanzio Gambara (1530-1573) bewundern. An seiner Seite steht der etwas später gebaute Palazzo Uggeri-Ganassoni, der durch reiche Verzierungen mit kleinen Putten und Maskaronen im Hauptdachgesims besticht.
Die Hausnr. 47 in der Via dei Musei trägt das Haus Casa Luzzago (an dessen Fassade Überreste von Freskomalereien zu sehen sind), in dem einst der Brescianer Staatsmann Giuseppe Zanardelli (1826-1903) wohnte. Geht man stattdessen zur Hausnr. 32, trifft man auf das offene Tor zum Palazzo Martinengo Cesaresco Novarino, dessen fast vierhundert Jahre alter Flügel auf die Via Musei blickt. Dieser Flügel wurde – wie eine Inschrift an der Ecke des Gebäudes bezeugt – im Jahre 1663 fertiggestellt, während der älteste Flügel des Palastes auf die Piazza del Foro zeigt. Über dem Tor, einem Werk von Stefano und Carlo Carra (1678), befindet sich ein Balkon aus Stein und Schmiedeeisen, der nach Art der Karyatiden von Adlern, dem Symbol der Martinengo, gestützt wird. Links vom Hausgang befindet sich eine mit Freskomalereien verzierte große Treppe. Im hinteren Teil des Hofes befindet sich ein Brunnen und – in einer erhöhten Nische – die Statue von Scilla Martinengo (Ende 17. Jh.). Die bekannteste Adelsdame, die in diesem Palast weilte, war jedoch Marzia Martinengo Cesaresco, die im Jahre 1807 von Ugo Foscolo verehrt wurde, der an ihrem intellektuellen Kreis teilnahm.
Wie die Abside des Neuen Doms befinden sich auch der Palazzo Vescovile und die angrenzende Biblioteca Queriniana in der Via Giuseppe Mazzini. Die Bibliothek bewahrt zahlreiche Miniaturkodexe, Pergamente sowie Inkunabeln auf und verwaltet über 400.000 Bücher.
Geht man durch die ganze Via Giuseppe Mazzini und lässt die Passage unter dem Cidneo-Hügel hinter sich, stößt man rechts auf den Corso Giuseppe Zanardelli, die zentrale Straße und Treffpunkt der Stadt. Die Südseite der Straße (ohne Laubengänge) schließt die ehemalige Piazzetta di San Luca mit ein, auf der heute Tischen stehen und sich der Eingang zum Kino „Cinema Crociera“ befindet. Das Kino ist nach dem kreuzförmigen Flügel des großen Krankenhauses benannt, das hier bis zur Mitte des 19. Jh.s stand. Auf der Piazzetta befindet sich zudem ein Brunnen, der von Rodolfo Vantini entworfen wurde und 1983, als der Straßenboden erneuert wurde, hier aufgestellt wurde. Die Nordseite des Corso Zanardelli besticht durch Laubengänge, deren regelmäßige Form von drei großen Bogen unterbrochen wird, die zur Fassade des Teatro Grande gehören. Im Inneren des Theaters befindet sich der kostbare und elegante Saal „Sala del Ridotto“.
An der Straßenecke des Corso Giuseppe Zanardelli angekommen, geht man nicht nach rechts zu den Laubengängen, sondern weiter, bis man auf den Corso Palestro stößt. Diese elegante Promenade gehört zur Fußgängerzone und war einst ein Juwel: Als in der Mitte des 16. Jh.s die Häuser an den Stellen gebaut wurden, an denen die Mauern der Visconti beseitigt worden waren, erhielt Gerolamo Romanino von der Stadtverwaltung den Auftrag, diese Häuser mit Fresken zu bemalen; später übergab er den Auftrag an seinen Schwiegersohn Lattanzio Gambara. Heute tragen nur noch wenige Gebäude die Spuren dieses Freskenzyklus, der sich aus achtundvierzig großen Bildern mit Szenen aus der Bibel und aus der griechisch-römischen Geschichte zusammensetzte. Einige davon kann man im letzten Teil des Corso Palestro und in der Via Gramsci (gegenüber der sog. „Case del Gambero“, wo sich das älteste Gasthaus der Stadt befand) bewundern.