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Die Schätze der Volkstümlichen Stadtteile

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Piazza della Vittoria; Corsetto Sant’Agata; Piazza Rovetta; Contrada Gasparo da Saló: Kirche San Giuseppe, Diozösanmuseum und Museum der Liturgischen Stoffe; Contrada Santa Chiara; Via San Faustino; Contrada del Carmine: Kirche von Santa Maria del Carmine; Via delle Grazie: Kirche von Santa Maria delle Grazie; Corso Garibaldi: die „Pallata“; Via Mameli: Kirche von San Giovanni Evangelista.

 

Von der Piazza della Vittoria aus  geht es dann weiter durch die kleine Straße Corsetto Sant’Agata. Hier trifft man sofort auf die Kirche von Sant’Agata . Sie wurde im 15. Jh. errichtet und später auf vorteilhafte Weise umgebaut. Heute besticht sie vor allem durch lebhafte architektonische Verzierungen im Barockstil. Ihr Innenraum besteht aus einem Kirchenschiff (drei Spannweiten) mit Kappengewölben. Bemerkenswert sind die hohen, gebündelten Wandpfeiler, die Kapelle des „Santissimo Sacramento“ (zweite von rechts) und die imposante Freskomalerei „Cristo Crocefisso“ (Jesus am Kreuz, spätes 15. Jh.) im Presbyterium, die über die gesamte Wand der Apsis verläuft.
Nach der Kirche kommt man zur Hausnr. 22, dem Ken-Damy-Museum der Zeitgenössischen Fotografie. Es handelt sich genauer gesagt um eine Kulturvereinigung, die die Werke qualifizierter zeitgenössischer Fotografen ausstellt. Das Museum befindet sich im Palazzo Lechi (auch „Loggia delle Mercanzie“ genannt), einem Gebäudekomplex, an dem eine Überlagerung von Baustilen aus dem Mittelalter, dem 16. Jh. und dem Barockzeitalter erkennbar ist, die Restaurierungsarbeiten kürzlich ans Licht gebracht hat. Bemerkenswert sind auch der kleine Laubengang im zweiten Hof und das Renaissanceportal.
Die Hausnr. 11 trägt der Palazzo Avogadro, heutiger Sitz der Stadtverwaltung. Seine ursprüngliche Fassade aus dem 16. Jh. ist heute nicht mehr erkennbar. Wenn man sich an den Amtsdiener wendet, kann man den großen Saal „Lattanzio Gambara“ besichtigen. Er verdankt seinen Namen dem Dichter, der ihn in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s mit einer Freskomalerei verschönte, auf der mythologische Götter und Szenen aus „Metamorfosi“ von Ovidio abgebildet sind. Die Malkunst von Gambara, die durch Romanino und die formalen Darstellungen von Michelangelo und Tiziano beeinflusst wurde, ist hier monumentaler denn je und trotzdem ungezwungen und fließend.
Biegt man rechts ab, kommt man zu einem erweiterten Straßenstück, das die Brescianer „Piazza Rovetta“ nennen. Von dort aus geht man in nördlicher Richtung weiter zur Via Gasparo da Salò. In dieser Straße trifft man nach wenigen Metern links auf eine Passage, die zu der Klosterkirche von San Giuseppe führt. Hier befinden sich das Diözesanmuseum der Heiligen Kunst, das Museum der Liturgischen Stoffe und die Stiftung „Fondazione Civiltà Bresciana“.
In der Via Gasparo da Salò befindet sich außerdem das Haus Casa Cavadini (Hausnr. 40) mit einer neuklassizistischen Fassade (im kleinen Laubengang befindet sich eine Öffnung, durch die man ein zweifarbiges Mosaik der römischen Thermen sehen kann, die einst hier standen). Auch die Kirche von San Giorgio steht hier, ein sehr alter Bau, der in der ersten Hälfte des 17. Jh. mehrmals verändert und umgebaut wurde und zur Zeit restauriert wird.
Die Straße mündet dann in die Contrada Santa Chiara. Hier befindet sich das ehemalige Kloster von Santa Chiara (Hausnr. 50), heutiger Sitz der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Brescia. Das Frauenkloster wurde im 13. Jh. an den Westhängen des Cidneo-Hügels errichtet, in der Hälfte des 15. Jh.s wieder aufgebaut und später umgebaut. Bemerkenswert ist die effektvolle Freitreppe aus Marmor aus dem 18. Jh., ein Barockwerk von Ascanio Girelli.
Das Theater S. Chiara trägt die Hausnr. 43. Die Kirche mit Freskomalereien und Stuckwerken wurde im 18. Jh. errichtet und später in einen Theatersaal verwandelt. Heute ist sie ständiger Sitz der Theatertruppe „Compagnia della Loggetta“.
Links um die Ecke beginnt die Via della Rocca. Hier befindet sich das Gebäude, das das Kloster von San Faustino nach Norden hin abschließt. Das ehemalige Benediktinerkloster beherbergt heute die Verwaltungsbüros der Universität von Brescia. In dem prunkvollen Kreuzgang aus dem 16. Jh. und in einigen Innensälen kann man die Freskomalereien von Gian Domenico Tiepolo bewundern, die Restaurierungsarbeiten kürzlich ans Licht gebracht haben.
Die Straße endet auf dem Platz Piazzale Cesare Battisti, auf dem sich einst das Tor „Porta Pile“ in den Stadtmauern befand. Nach dem Abriss der Mauern Ende des 19. Jh.s wurde hier ein Gebäude mit welfischem Zinnenkranz errichtet, das das Zollamt beherbergte. Links biegt man dann in die Via Faustino ein, die entlang der Nordseite des bekannten Viertels „Quartiere del Carmine“ verläuft und in der Piazza della Loggia endet. Die Via Faustino verrät durch ihren homogenen Verlauf die ursprüngliche Trasse: Den ursprünglichen Verlauf des Flusses Garza, der zusammen mit dem Bova und dem Celato in diesen Stadtteil mündete und hier die Mühlen und die Spinnmaschinen, vor allem aber die Gerbereien antrieb, die in dieser Straße zahlreich vorhanden waren.

Geht man die Straße weiter entlang, bemerkt man auf der linken Seite die imposante Fassade der Kirche der Heiligen Faustino und Giovita. Faustino und Giovita sind die Schutzheiligen der Stadt, die am 15. Februar mit Zelebrationen und einem großen Jahrmarkt gefeiert werden. Hunderte von Ständen aus ganz Italien beleben eigens zu diesem Anlass die Hauptstraßen und Plätze der Altstadt.
Auf der Hälfte der Via San Faustino biegt man rechts in die Contrada del Carmine ein. Diese lange Straße läuft durch eines der bewohntesten Viertel der Stadt, das bereits zur Zeit der Römer und im Mittelalter von Händlern und Handwerkern bewohnt war. Ihr Bild wird geprägt von hohen Reihenhäusern mit „Fondaci“ (Läden) im Erdgeschoss und überdachten „Baldresche“ bzw. „Alzane“ (derbe Laubengänge) im Obergeschoss, wo gegerbte Häute oder gefärbte Stoffe zum Trocknen aufgehängt wurden. Weiter vorne in der Straße kann man die imposante Stein- und Ziegelfassade der Kirche von Santa Maria del Carmine entdecken, ein bedeutendes Beispiel der gotischen Architektur in Brescia. Sie wurde in den Jahren von 1429 bis 1475 neben dem Karmeliterkloster, das hier im 14. Jh. entstanden war, erbaut. Die lombardisch-gotische Struktur der Kirche wurde im 16. Jh. zum größten Teil zerstört; der Grund hierfür waren Umbauten, im Rahmen derer längliche Fenster angebracht und die ursprünglichen Spitzbogen in Rundbogen verwandelt wurden. Im Inneren der Kirche werden zahlreiche Kunstwerke aufbewahrt (für Besichtigungen bitte im Vicolo Manzone an der Hausnr. 7 klingeln oder Tel. 030.40807 wählen). Wertvoll sind vor allem das Fresko „Crocefisso“ (Kruzifix) von Vinzenzo Foppa in der dritten Kapelle von rechts, das zwischen 1475 und 1477 angefertigt wurde, und die Altartafel „Annunciazione“ (Die Verkündigung) von Pietro de Witte auf dem Hauptaltar. Sie wurde der Kirche im Jahre 1536 vom Herzog Renatus von Bayern geschenkt und befindet sich in einem wertvollen vergoldeten und geschnitzten Holzrahmen, der auch das Gemälde „Vergine con il Bambino che distribuisce gli scapolari“ (Jungfau mit Kind, Skapulier verteilend) von Grazio Cossali (1563–1626) einrahmt. Bemerkenswert sind außerdem die fünfundsiebzig hölzernen Chorstühle an der Wand der Apsis (15.–16. Jh.) und die zehn Statuen aus mehrfarbiger Terrakotta in Lebensgröße, die sich in der Kapelle De Rosis am oberen Ende des linken Kirchenschiffes befinden. Sie stammen aus dem zweiten oder dritten Jahrzehnt des 16. Jh.s und stellen auf außergewöhnliche Weise plastisch „Il Compianto sul Cristo morto“ (Die Trauer um den toten Jesus Christus) dar. In der Kapelle am hinteren Ende des rechten Kirchenschiffes, die als Sakristei genutzt wird, kann man zahlreiche Überreste von Freskomalereien aus lombardischer Schule aus den Jahren 1423 bis 1450 bewundern. Geht man durch die hintere Tür im Kirchenschiff, kommt man in einen Hof, in dem man die Außenwand der polygonalen Apsis der Kirche (1471–1478) sehen kann und der rechts in eine weitere Kapelle mit interessanten Freskomalereien von Floriano Ferramola und Vincenzo Civerchio (ca. 1510) führt.
Neben der Kirche befinden sich die drei Kreuzgänge des ehemaligen Karmeliterklosters, zu denen man über die Via Anguilla (Hausnr. 8) gelangt. Zwei der Kreuzgänge liegen an der Ostseite der Kirche, der dritte und kleinste an der Westseite. Letzterer, „Chiostro piccolo“ genannt, stammt aus dem 15. Jh. und besticht durch doppelreihige Rundbogen. Darauf folgt der Hauptkreuzgang, „Chiostro maggiore“ genannt, in dessen Mitte ein Brunnen aus dem 16. Jh. steht (aus diesem Jh. stammen auch die Veränderungen an der Nord- und Westseite). Auf der Südseite erstreckt sich der „Chiostro meridionale“ aus dem Jahre 1521, der im 18. Jh. restauriert wurde.
Geht man die Contrada del Carmine weiter in Richtung Osten, trifft man auf die Querstraße Via delle Battaglie. Hier auf der rechten Seite befindet sich das Haus Casa già Averoldi (Hausnr. 32) aus dem 16. Jh. mit einem eindrucksvollen Portal.
Am Ende der Contrada del Carmine biegt man links in die Via delle Grazie ein, eine Straße, in der sich zahlreiche Häuser von Patriziern aus dem 18. Jh. befinden: der Palazzo Torriceni (Hausnr. 23), der 1780 nach einem Entwurf des Architekten Turbini gebaut und wahrscheinlich später von Rodolfo Vantini (1832) verändert wurde, und der Palazzo Fenaroli (Hausnr. 19) aus der zweiten Hälfte des 18. Jh.s. Bemerkenswert ist zudem der Palazzo Capriolo (mit Eingangsportal aus dem 17. Jh. in der Via Capriolo 48), an dessen Fassade und der Seite, die zur Via delle Grazie hin liegt, noch heute einige Freskomalereien von Pietro Marone aus dem Jahre 1591 und weitere aus früheren Jahren bewundert werden können. Die Basilika Santa Maria delle Grazie  besticht durch ihren Kontrast zwischen der schlichten Renaissancefassade und dem prunkvollen Inneren im Barockstil. Noch bevor man links in die Via Garibaldi einbiegt, trifft man hinter der Basilika auf den Palazzo Maffei (Hausnr. 18), der im 17. Jh. errichtet und im 18. Jh. erweitert wurde. Bemerkenswert sind die Verzierungen an der Fassade, die aus Köpfen und Rüstungsstücken zwischen den großen Bossen des Portals bestehen.
Man durchläuft den Corso Giuseppe Garibaldi in westlicher Richtung. Diese belebte Einkaufsstraße zieht sich vom gleichnamigen Platz, wo sich das 1889 zu Ehren Garibaldis eingeweihte Denkmal befindet (entworfen wurde es von Antonio Tagliaferri und hergestellt von dem Bildhauer Eugenio Maccagnani), bis hin zur Torre della Pallata. Dieser Turm aus dem 13. Jh. gehört nicht nur zu den wichtigsten Monumenten Brescias aus dem Mittelalter, sondern ist auch erklärtes Symbol der Stadt. Gebaut wurde er mit Überresten römischer Gebäude; er misst stolze 32 m Höhe mit einem Durchmesser von 10,6 m. In sein Fundament wurde ein Brunnen zur Via Pace hin eingefasst, der 1596 nach einem Entwurf von Pietro Maria Bagnatore von Antonio Carra gebaut wurde. Die Figuren stellen das bewaffnete Brescia mit Füllhorn und den zwei Flüssen Garza und Mella dar.
Auf der linken Seite des Turms stößt man auf die Via Mameli, eine enge Handelsstraße. Auf der Höhe des neuklassizistischen Brunnens, der die Ecke Via Mameli/Contrada S. Giovanni schmückt, kann man einen kurzen Abstecher zu der Kirche von San Giovanni Evangelista machen, die vor allem wegen der Verzierungen der Allerheiligstenkapelle, einem Werk von Moretto und Romanino, sehenswert ist .
Geht man die Via Mameli weiter in Richtung Piazza della Loggia entlang, trifft man auf der rechten Seite auf das in die Ecke eines Palastes eingefasste „Mostassù delle Cossere“. Dieses seltsame Steingesicht mit der abgeschlagenen Nase stammt einer Legende nach von Heinrich VII (1311), der an dem Widerstand, den die Brescianer seiner Belagerung entgegensetzten, verzweifelt war.
Ebenfalls in der Via Mameli befindet sich der Palazzo del Magistrato della Mercanzia (Hausnr. 27), dessen Portico und Innenräume im Jahre 1925 von dem Architekten Egidio Dabbeni restauriert wurden. Gegenüber (an der Ecke zur Via Valeripo Paitone) steht ein mittelalterliches Haus mit Überresten aus dem 13. Jh. Etwas weiter östlich hat man Zugang zum sog. Curt dei Pulì (Cortile dei Polini), einem Hof, in dem ein Haus mit einem großen Altan auf dem Dachfirst und zwei Brunnen zu sehen sind: Der Brunnen an der Mauer ist im neuklassizistischen Stil gehalten, während der andere mit seiner mittelalterlichen Tränke den gesamten Hof mit Wasser versorgte.