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Die Stadt in der Gegenwart

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Das 20. Jh. und das neue Jahrtausend

 

Bereits gegen Ende des 19. Jhs. hatte die Stadt neuen Raum für Wohnsiedlungen und Industrieniederlassungen geschaffen. In den ersten fünfzehn Jahren des 20. Jhs. nahm die Bevölkerung der Stadt sichtlich zu: Anfang der zwanziger Jahre zählte Brescia ca. 100.000 Einwohner. Und die Stadt sollte sich noch weiter ausdehnen, wobei oft Privatinitiativen vorherrschten (diese waren jedoch nicht von den neuen Vorschriften betroffen, die stattdessen die Verstädterung im westlichen und südlichen Teil der Stadt regulierten). Die neuen Stadtviertel, die im Schatten der wachsenden Industrie entstanden, spiegelten einen spekulativen Unternehmergeist und die Logik der kapitalistischen Gewinnerzielung wider. Auch die neu gebauten Gebäude reihten sich in dieses Klima der historistischen Kultur und des Eklektizismus ein: Die eindrucksvollsten Immobilien, die von den bis in die dreißiger Jahre aktiven, großen Bauunternehmen entworfen wurden, wurden von Architekten gebaut, die nicht in der Lage waren, ein Gebäude den anderen historischen Gebäuden der Stadt stilistisch anzugleichen (was zum z.B. Architekten in anderen lombardischen Städten taten). So kam es, dass sich noch nicht einmal der Jugendstil gegen die Vorherrschaft dieses dekorativen (wenn auch nicht künstlerischen) Eklektizismus durchsetzen konnte.
Zum Vorbild für andere Städte wurde Brescia durch die Stadtpolitik des Faschismus, der Häuser abreißen und neue bauen ließ. Der Abriss des mittelalterlichen Viertels schuf Platz für die Piazza della Vittoria, die 1932 eingeweiht wurde. Der Platz stellt eines der gelungensten Beispiele städtischer Umstrukturierung dar, auch wenn er gleichzeitig das historische Stadtbild Brescias erschütterte. Heute noch werden hier jedes Jahr im Mai die Autos der „Mille Miglia“ ausgestellt zur Erinnerung an das Wettrennen für Sportwagen, das von 1927 bis 1957 veranstaltet wurde.
Der Zweite Weltkrieg riss breite Wunden in die Stadt. In der Nachkriegszeit dehnte sich Brescia jedoch weiter unaufhörlich aus und zählte bald die 200.000 Einwohner von heute. Die Nachkriegszeit zeichnete sich vor allem durch öffentliche Arbeiten aus, die dem Städtebau eine neue Richtung gaben. Zu den bedeutendsten Arbeiten gehören die Öffnung eines Tunnels unter dem Cidneo-Hügel (der 2001 restauriert wurde), die Verlängerung in nördlicher Richtung zum neuen Krankenhaus hin, die Straße über den „Ronchi“ und der Bau der Kennedy-Überführung über die Bahngleise. Hierdurch wurde die Entstehung des neuen Viertels Brescia Due gefördert, das sich heute durch originelle Beispiele zeitgenössischer Baukunst auszeichnet.
Es wurden jedoch auch Abrisse und Wiederaufbauten vorgenommen, die das historische Stadtbild entstellten. Das kam daher, dass es nach dem zerstörerischen Zweiten Weltkrieg lange an Bauvorschriften fehlte (die Stadtverwaltung erließ den ersten Stadtbauplan im Jahre 1961). Erst Anfang der siebziger Jahre änderte die Stadtverwaltung dann sozusagen ihre Marschroute: Nach der ersten städtischen Ausdehnungsphase versuchte man mit dem zweiten Stadtbauplan von 1971, das aktuelle Stadtbild qualitativ aufzuwerten und die Wohnbedingungen zu verbessern. Vor allem der Plan zur Erhaltung und Restaurierung der Altstadt erwies sich als besonders effizient, wobei sich die wichtigsten Arbeiten auf das Viertel von Carmine, die Restaurierung der Burg und den neuen Palazzo della Giustizia (Justizpalast) konzentrierten. Auch der Klosterkomplex von San Salvatore-Santa Giulia wurde umgebaut und 1999 in seinen Räumen das Stadtmuseum eröffnet, das heute eines der größten Museen Italiens und zudem ein Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und einer privaten Verwaltung ist.
1975 entstand im Südosten der Stadt das Viertel San Paolo Nuovo, in dem im Rahmen der städtischen Ausbreitungspolitik Reihenhäuser für 18.000 Einwohner und einige „Wohntürme“ gebaut werden sollen.