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Sehenswürdigkeiten: Die Meisterwerke

Kopf einer weiblichen Gottheit

Do, 08/01/2015 - 11:12 -- Laura
Brescia, Kopf einer weiblichen Gottheit, Santa Giulia Stadtmuseum

Der Kopf kam 1956 bei den Ausgrabungen des römischen Theaters, zwischen der sogenannten Pfeilerhalle und dem Westzugang zum Theater selbst zum Vorschein.
Es handelt sich um ein Stück von bemerkenswerter Qualität und großer Bedeutung, obwohl die Oberfläche des Gesichts zerstört ist und im Bereich Nase, Mund und Haare erhebliche Schäden aufweist.
Der Kopf gehörte zu einer riesigen Statue einer weiblichen Gottheit. Diese Art von Statuen wurde mithilfe der Akrolithentechnik gefertigt oder aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt. Diese Technik war in der griechisch-römischen Welt bei der Anfertigung von Kultstatuen riesiger Ausmaße weit verbreitet: Nur die unbekleideten Teile der Figur wurden aus Marmor gearbeitet, während der Körper aus einer Art Holzstruktur geschaffen wurde, die von Gewändern bedeckt wurde und die ihrerseits mit bemaltem Stuck oder Metall umkleidet waren. 

"Madonna con il Bambino e San Giovannino" (Madonna mit dem Kind und dem Heiligen Johannes als Kind) von Francesco Francia

Mi, 07/01/2015 - 14:08 -- Laura
Brescia, "Madonna con il Bambino e San Giovannino" (Madonna mit dem Kind und dem Heiligen Johannes als Kind) von Francesco Francia

Die wertvolle, kleine Tafel war Teil der Sammlung des Grafen Paolo Tosio. Sie kam 1844 durch eine Schenkung an die Gemeinde Brescia und bildet den Grundstock der Pinakothek Tosio Martinengo. Der raffinierte Eigentümer hatte die Sammlung in einigen Sälen seines Palazzo angelegt, die von Rodolfo Vantini eigens für die Ausstellung der kostbaren Werke ausgestattet wurden. Die Sammlung Tosio bestand hauptsächlich aus Gemälden, dazu kamen Skulpturen, Drucke und Zeichnungen. Der Geschmack des Grafen brachte ihn dazu, Werke von neoklassizistischen Künstlern (seinen Zeitgenossen) und von Künstlern vorzuziehen, die in der Vergangenheit die gleichen Ideale von Schönheit und Harmonie verkörpert hatten. Ihm verdankt man den Erwerb zweier Gemälde von Raffaello, die zu den wichtigsten Meisterwerken der Pinakothek gehören, und auch dieser Madonna con il Bambino e san Giovannino (Madonna mit dem Kind und dem Heiligen Johannes als Kind), das im 19. Jahrhundert zu den beliebtesten Bildern der Sammlung zählte.

Das Diptychon von Boethius

Mo, 03/11/2014 - 13:50 -- Laura
Brescia, Das Diptychon von Boethius, Santa Giulia Stadtmuseum

Das wertvolle, als Konsulardiptychon entstandene Handwerksstück feierte die Erhebung von Narius Manlius Boethius – Vater des Philosophen Boethius – 487 n. Chr. in das Amt des Konsuls. Im Laufe der Zeit machte es jedoch eine radikale Wandlung vom profanen zum sakralen Gebrauch durch.
Die beiden Elfenbeintafeln zeigen auf der Vorderseite ein Abbild des römischen Konsuls: Auf der linken Seite stehend und unbewegt, auf der rechten Seite auf einem Stuhl sitzend, während er den Circusspielen vorsitzt. Auf beiden Darstellungen hält der Konsul in der linken Hand das Zepter mit dem flügelschlagenden Adler und in der rechten Hand die mappa, ein Stück Leinenstoff, mit dem nach einem von Nero eingeführten Brauch das Signal zum Start des Rennens der Quadriga (Vierergespann) gegeben wurde.
In der Darstellung auf der rechten Tafel ist der Konsul in dem Moment abgebildet, als er den Auftakt zum Rennen gibt. Das kann man sich jedoch nur vorstellen, weil diese in Wirklichkeit nicht in einen narrativen Kontext eingebettet ist. Es handelt sich also um eine rein sinnbildliche Darstellung, in der der Konsul von der Welt abgewandt erscheint (wie ein Souverän oder ein Heiliger), starr und unbewegt in seiner nüchternen und zurückhaltenden Gestik.

Amazzonomachia - Die Amazonenschlacht

Di, 14/10/2014 - 10:34 -- Laura
Brescia, Die Amazonenschlacht , Santa Giulia Stadtmuseum

Auf dieser Platte aus weißem, mittelkörnigem Marmor ist ein Teil eines Kampfs von sieben Amazonen zu sehen, von denen zwei beritten sind und eine mit ihrem Pferd zu Boden gegangen ist. Ihr Kennzeichen ist die phrygische Mütze, der Chiton, der auf der linken Schulter zusammengehalten wird und die rechte Brust unbedeckt lässt, sowie die embades, die Stiefel mit umgestülptem Schaft. Die Amazonen kämpfen gegen sechs nackte Krieger, einige mit Helm und einer am Boden mit dem kurzen Wollmantel  klamis.

Die Phalerae von Manerbio

Mo, 29/09/2014 - 14:24 -- Laura
Brescia, die Phalerae von Manerbio, Stadtmuseum Santa Giulia

Der Begriff Phalerae ist im modernen Sprachgebrauch ungewöhnlich. Das lateinische Substantiv phalerae bezeichnet Metallelemente, Schmucknieten oder verschiedene Arten von Verzierungen, die als militärischer Schmuck oder Auszeichnung vorne auf der Brust getragen oder auf dem Geschirr der Pferde angebracht wurden.
Bei den vierzehn Phalerae, die im Museum von Santa Giulia in der Abteilung für Frühgeschichte des Gebiets um Brescia aufbewahrt werden, handelt es sich wahrscheinlich um Verzierungen für die Zaumzeuge von zwei Pferden. Vierzehn runde Silberscheiben mit herausgetriebenen Verzierungen, zwei größere (Durchmesser von 19 cm) und zwölf kleine (10 cm), die gemeinsam mit den Resten von vier länglichen, gebogenen Elementen und drei Ketten, alles in Silber, aufgefunden wurden.
Es handelte sich bei den Phalerae um eine zufällige Entdeckung, so wie es oftmals bei den außergewöhnlichsten Entdeckungen der Archäologie vorkommt: Die Objekte wurden im Februar 1928 gefunden, vergraben unter „zwei Schaufeln tiefer Erde“ (circa 50 cm), von Bauern der adeligen Gutsherren Gorno beim Vergrößern der Jauchegrube des Guts Remondina, unweit der Ortschaft Manerbio. Dieser kleine Schatz wurde prompt der Polizei übergeben und am 11. Februar 1928 an Giorgio Nicodemi, den damaligen Direktor der Museen Brescias. Sie wurden vom Staat erworben und vorübergehend in den Civiche Raccolte d’Arte di Brescia (den heutigen Museen für Kunst, Geschichte und Wissenschaft) aufbewahrt, wo wir sie noch heute finden.
Es schien sich von Beginn an um außergewöhnliche Objekte zu handeln, aber so einzigartige, dass man anfangs annahm, sie stammten aus langobardischer Zeit. Es handelt sich jedoch um eines der Werke, die von keltischen Meistern der Metallverarbeitung hergestellt wurden. Es war Carlo Albizzati, der sie 1933 als Erster definierte als „die einzigartigsten Werkstücke keltischer Kunst, die unser Land sein Eigen nennen darf“.

Prachtschild, Bartolomeo Piatti (?)

Di, 08/07/2014 - 11:33 -- Laura
Brescia, Prachtschild Bartolomeo Piatti (?) , Waffenmuseum “Luigi Marzoli”, Schloß Brescia

Der herrliche Prachtschild, der sich in der prestigereichen Sammlung Rotschild befand und dann in die des Industriellen Luigi Marzoli Eingang fand, ist Teil der unterschiedlichen Rundschilder, die im 16. Jahrhundert verwendet wurden. Die Definition „da pompa“ (Pracht) kommt von seinem Gebrauch ad pompam vel ostentationem, nämlich ein Symbol des Reichtums und der Macht seines Besitzers, weswegen es ja auch mehr ein Kunstwerk als ein Kriegsinstrument zu sein scheint. Gemeinsam mit wertvollen Rüstungen, wurde dieser luxuriöse Schild nur anlässlich sehr seltener Zeremonien getragen, die einer sehr kleinen Klasse des damaligen Adels vorbehalten waren.
Es handelt sich um ein sehr teures Objekt aufgrund seiner reichen Reliefarbeiten, die anschließend graviert und mit Tauschierungen versehen wurden. Einzuordnen ist er in die Produktion von Luxuswaffen, die sich ab dem vierten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts verbreitete. In jener Zeit begannen die Waffenschmiede neben den Kriegsrüstungen auch Rüstungen für Paraden zu produzieren, die „auf Antike“ dekoriert waren und zwar mit Szenen aus der Geschichte und der klassischen Mythologie. Diese verwiesen symbolisch auf die Legitimierung der Beibehaltung der Macht der Adelsklasse, sowohl aufgrund der Waffenkraft als auch aufgrund eines auf die Antike zurückgehenden Rechts.
Die Bilder und die reichen, an die Antike angelehnten Verzierungen wurden von manieristischen Künstlern, Nachfolgern von Raffael und Giulio Romano in Form von den damals weit verbreiteten Gravuren gestaltet. Es handelte sich, in den meisten Fällen, um mehrere ikonographische Quellen, die mit Können und Geschmack in ein homogenes Ganzes verschmolzen.

Lager der Zuaven auf den Glacis von Brescia im Juni 1859

Do, 19/06/2014 - 14:29 -- Laura
Lager der Zuaven auf den Glacis von Brescia im Juni 1859

Die Schlacht von Solferino und San Martino wurde am 24. Juni 1859 zwischen der österreichischen und der französisch-sardinischen Armee ausgetragen und bereitete dem zweiten italienischen Unabhängigkeitskrieg ein Ende.
Es war die größte Schlacht nach der Schlacht von Leipzig 1813, an der insgesamt 230,000 Mann teilnahmen. Sie wird in Italien deshalb erinnert, weil sie den ersten konkreten Schritt auf dem Weg zur nationalen Einheit Italiens darstellte und weltweit, weil sie Henry Dunant zur Gründung des Internationalen Roten Kreuzes veranlasste.
In der französisch-sardinischen Armee kämpfte das Korps der Zuaven, das 1830 kurz nach der Eroberung Algeriens durch die französische Armee gegründet wurde. Ursprünglich bestand es aus einem Regiment von Söldnern, die zum größten Teil dem Berberstamm der zouaoua angehörten. In der Folge stellten Soldaten französischer Herkunft (vor allem Freiwillige) die Mehrheit, während die Berbertruppen 1841 den „tiralleurs algeriéns“, auch genannt „turcos“, eingegliedert wurden. Beide behielten lange Zeit (bis 1962) die Uniformen mit ihren raffinierten, arabisch-algerischen Formen bei. Die Zuaven waren in der Infanterie nach kolonialer Art organisiert und so in der Lage, selbst die schwierigsten und risikoreichsten Situationen zu bewältigen. Dies wurde auch dank ihres bemerkenswerten „Korpsgeistes“ hervorgehoben, nämlich durch die informelle Anwesenheit im Inneren jeder Kompanie von Gruppen (den tribus), die von einem als Autorität anerkannten Veteranen (dem débrouillard) angeführt wurden, welcher während der Lager oder den Truppenverlegungen die Aufgaben neu zuteilte.

"Gekreuzigte Hl. Giulia ", Carlo und Giovanni (?) Carra

Mi, 14/05/2014 - 11:13 -- Laura
Brescia, "Gekreuzigte Hl. Giulia ", Carlo und Giovanni (?) Carra

Quellen aus dem 17. Jahrhundert – die Reiseführer von Bernardino Faino (1630-1669) und Francesco Paglia (1660-1701) – sprechen mit großer Bewunderung von der Gekreuzigten Hl. Giulia in der neuen Kirche der Benediktinerinnen. Sie erwähnen auch deren Schöpfer, die sie als Giovanni und Carlo Carra identifizieren, Söhne von Antonio, dem Inhaber der wichtigsten Skulpturenwerkstatt des 17. Jahrhunderts der Stadt und der Provinz: Die Carras fertigten auch den Schrein der Heiligen Faustino und Giovita für die gleichnamige Kirche in Brescia an (1618-1626). Nach dem Tod des Vaters Antonio (1632) führen Giovanni und Carlo die Tradition der väterlichen Werkstatt fort und arbeiten in einer Art Symbiose, während der dritte Bruder Stefano eine blühende Laufbahn als Architekt einschlagen wird. Die einzige Ausnahme dieser symbiotischen Zusammenarbeit besteht darin, als Giovanni stolz den Altar des Hl. Benedetto für die Kirche der Heiligen Faustino und Giovita signiert (1645-1648).
  
Obwohl auch die Hl. Giulia aus dem Stadtmuseum aus dieser Werkstatt stammt – vor 1630, als sie in Fainos Text erwähnt wird – verraten die Weichheit in der Bearbeitung des Marmors, die Feinheit des Ausdrucks und die delikate Gestaltung der Lichtebenen, dass sie von einer anderen Hand geschaffen wurde als der von Giovanni signierte Hl. Benedetto. In Letzterem sind die Linien und die Ausarbeitung viel entschiedener, die Gewandfalten sind eher schematisch, wenn auch faszinierend. Wir bewegen uns hier im Raum einer Hypothese, aber ein großer Teil seiner Ausführung liegt bei Carlo, der zwischen 1621 und 1659 alleine die äußerst bedeutende Rolle der Bauaufsicht („inzegnero soprastante alla fabrica“) im Neuen Dom innehatte. Carlo unterschrieb außerdem den Großteil der uns erhaltenen Verträge, was uns zu der Annahme bringt, dass er der tatsächliche Koordinator der Arbeiten im Familienbetrieb war.

"Engelbüste", Raffaello Sanzio

Mi, 30/04/2014 - 14:59 -- Laura
"Engelbüste", Raffaello Sanzio

Im Jahr 1821 befand sich dieses Gemälde am Florentinischen Antiquitätenmarkt und wurde als „Portrait eines jungen Mannes“ beschrieben und bereits Raffael zugeordnet. Dank der Bemühungen von Teodoro Lechi konnte es Paolo Tosio mit einem Echtheitszertifikat der Florentiner Akademie erwerben. Gemeinsam mit dem Segnenden Christus, dem anderen Werk Raffaels in den Sammlungen des Grafen Tosio, wurde das „Portrait eines jungen Mannes“ zu einem der am meisten gefeierten Werke nicht nur unter den Kunstexperten Brescias.
Warum aber wurde das kleine Gemälde als „Portrait eines jungen Mannes“ beschrieben?

Das Desiderius-Kreuz

Mi, 05/03/2014 - 12:28 -- Laura
Brescia, Das Desiderius-Kreuz

Das Desiderius-Kreuz ist ein Vortragekreuz – ein Kreuz, das auf eine Stange montiert während einer Prozession getragen oder auf einem Wagen gefahren wurde – aus Holz, damit es leichter ist, und mit einer vergoldeten Metallschicht umhüllt. Das Kreuz wurde – der Tradition gemäβ – von dem langobardischen König Desiderius dem Kloster San Salvatore und Santa Giulia gestiftet, das er  gemeinsam mit seiner Gattin Ansa zwischen 753 und 760 gegründet hatte.
Es handelt sich um eines der gröβten edelsteingeschmückten Kreuze, die bis zu uns gelangt sind. Es ist mit zweihundertelf Edelsteinen besetzt, die in die beiden Kreuzbalken eingearbeitet sind und weist die größte Anzahl, circa fünfzig, antiker und wiederverarbeiteter Gemmen auf, von denen viele aus ehemaligen Schmuckobjekten stammen -  was einzigartig unter den bekannten Kreuzen ist.

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