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Broletto Palast

Mo, 28/01/2013 - 12:06 -- Camilla
Tipologia: 
Broletto Palast

Der Palazzo, Sitz der Stadtverwaltung und der „Signorie“, ist das architektonische Ergebnis verschiedener Bauphasen, die sich über ca. ein Jahrhundert hinzogen. Errichtet wurde er nach einem komplexen viereckigen Grundriss (100x75 m) mit verschiedenen Innenhöfen. Die Südseite, die zur Via Cardinal Querini gegenüber der linken Seite des Doms liegt, entspricht dem alten „Palatium Novum Maius“ (1223-1227), das vor allem im 17. Jh. stark erweitert wurde. Massive Mauerungen aus Stein kennzeichnen diese Südseite und auch die Ostseite – im Gegensatz zur Westseite, die ab dem 13. Jh. mit Backstein vervollständigt wurde. Von außen (Via Cardinal Querini) bemerkt man sofort den Turm Torre dei Poncarali, der während des fortschreitenden Baus des Palastes an der südlichen Außenwand errichtet wurde (sein Mauerwerk unterscheidet sich jedoch durch ein rustikales Bossenwerk). Ursprünglich war der Turm über 30 m hoch; er wurde dann aber im Auftrag von Ezzelino da Romano auf 19 m gekürzt. Unverändert ist stattdessen der Turm Torre del Pègol oder Torre del Popolo (Volksturm) geblieben, an den man das erste Gemeindegebäude zum größten Teil aus Holz anbaute (1187). Der 53,7 m hohe Turm hat in seiner Spitze einen kleinen Glockenraum, der von Backsteinen überdeckt und von gibellinischen Zinnen verdeckt wird, die in den ersten Jahren des 19. Jh.s hinzugefügt wurden. Über die Innenseite des ersten Hofes des Palazzo del Broletto erhebt sich die Kirchenuhr der nahen Kathedrale S. Pietro de Dom, die gegen Ende des 16. Jh.s zerstört wurde. Neben dem Turm bemerkt man zu der Piazza Paolo VI hin einen Balkon, der auch Loggia delle Grida (Loggia der Schreie) genannt wird (er wurde 1797 von den Jakobinern zerstört und Anfang des 20. Jh.s wieder aufgebaut). Links vom Portal befindet sich in dem gleichnamigen Gässchen die Backsteinfassade der Kirche Sant‘ Agostino, die aus den ersten Jahrzehnten des 15. Jh.s stammt. Sie wurde im 16. Jh. an den Palzzo del Broletto angegliedert und in ihrem Innenraum so stark verändert, bis dann im Jahre 1803 die Apsis durch die „Treppe des Pollack“ ersetzt wurde.
In den Palast selbst kommt man über das Westportal (1606), das mit monolitischen Säulen aus ägyptischem Granit aus römischer Zeit geschmückt ist (Säulen dieser Art schmückten auch den Eingang zur zerstörten Kathedrale S. Pietro de Dom); der obere Teil des Portals wurde Ende des 19. Jh.s von Tagliaferri entworfen. Unter der Skulptur „Giustizia in trono“ (Justitia auf dem Thron) befindet sich im Hausflur ein von den Jakobinern geschänderter Stein, der den Löwen von San Marco darstellte. Rechts kann man noch die Freske „Madonna con bambino in trono“ (Die Muttergottes mit Kind auf dem Thron) aus dem 14. Jh. bewundern.
Der große Südhof wird in der Mitte von einem Brunnen aus dem 18. Jh. Geschmückt. Hier befinden sich zum Westen und zum Süden hin die älteren Gebäudeflügel des neuen großen Palastteiles (Palazzo nuovo maggiore), wo sich die heute zugemauerten Laubengänge öffneten. Besonders wertvoll sind die Kapitellen der Vielbogenfenster von Antelami im ersten Stock, vor allen Dingen aber die des Vierbogenfensters auf der linken Seite, die die zwölf Monate des Jahres darstellen.
Man sollte sich auch den Wiederaufbau der antiken Holztreppe ansehen, die im Mittelalter zu dem großen Saal des Höchsten Rates (Maggior consiglio) führte.
Auf der Ostseite befindet sich der neue kleine Palastteil (Palazzo nuovo minore), der so genannt wird, weil er erst später (1232) fertiggestellt wurde. In den ersten zwanzig Jahren des 15. Jh.s wurde er mit einer Loggia von Malatesta bereichert, die sich durch vier elegante, leicht zugespitzte Rundbogen sowie durch Kreuz- und Rippengewölbe auszeichnet. Pandolfo Malatesta war auch der Auftraggeber für die Freskomalereien von Gentile da Fabriano, von denen man erst kürzlich Überreste finden konnte. Die Freskomalereien von Lattanzio Gambara, die den Laubengang schmückten, wurden leider während des Bombenangriffs auf den Palazzo del Broletto und die Piazza Paolo VI am 13. Juli 1944 zerstört. Die Grundlinie der Pilaster, die kürzlich aufgedeckt wurde, zeigt die Höhe des Erdbodens zu jener Zeit, der tiefer als heute lag.
Auf der Nordseite des Hofes befindet sich ein Bauwerk von 1626 mit einem bossierten Laubengang in klassischem Stil mit Maskaronen in den Bogenscheiteln.
Das Ostportal (1610) befindet sich perfekt in einer Linie mit dem Westportal zur Piazza Paolo VI hin (nach einer Zeichnung eines alten Zehntpächters). Geht man hier einige Meter durch, kann man vor dem zweiten Portal (1626), das in den Hof führt, links die große Treppe Scalone del Lezze (1610) sehen, die ihrerseits zu den Büros des Einwohnermeldeamtes führt.
Über diese Treppe und den angrenzenden Flur, dessen Decke von Tommaso Sandrini und Francesco Giugno (1574-1651) verziert wurde, kommt man in die Sala della Podestà, die einst ein einziger großer Saal von 52x15 m war und später im 17. Jh. auf vier kleine Säle reduziert wurde. Auch die Höhe des ursprünglichen Saals (9 m) wurde reduziert, sodass sich heute über jedem der vier Säle ein Gewölbe mit den folgenden Freskomalereien befindet: „La Forza che trattiene la Fortuna e Virtù sulle nubi che preme il mondo“ (Die Kraft, die Fortuna und die Tugend auf den Wolken festhält und die Welt vorantreibt) von Antonio Gandino, „L’abbondanza“ (Im Überfluss) von Gandino im zweiten Saal, „L’allegoria del Tempo“ (Das Sinnbild der Zeit) von Tommaso Sandrini im dritten Saal und allegorische weibliche Darstellungen (immer von Sandrini) im vierten Saal. Im Hohlraum zwischen den Deckengewölben der Säle des Einwohnermeldeamtes und dem Sparrendach befinden sich sehr alte Freskomalereien aus der zweiten Hälfte des 13. Jh.s („Cavalieri fatti prigionieri“ [Die Gefangennahme der Reiter]), die auf der Nordwand von weitaus besser gearbeiteten Fresken vom Anfang des 14. Jh.s unterbrochen werden („La pace di Berardo Maggi“ [Der Frieden des Berardo Maggi]).

 


BROLETTO PALAST
Piazza Paolo VI
Brescia

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