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Die Geburt Christi von Romanino

Fr, 21/02/2014 - 14:45 -- Laura
Tipologia: 
Brescia, Die Geburt Christi von Romanino

Um 1545, im Alter von circa 60 Jahren, schuf der Brescianer Maler  Girolamo Romanino diese Geburt Christi. Die groβe Leinwand schmückte eine Seitenkapelle der Kirche San Giuseppe zu Brescia, die der Unbefleckten Empfängnis gewidmet war. Dieses spezielle Thema hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Komposition des Gemäldes und bestimmte viele Entscheidungen, die der Maler zu treffen hatte.

Romanino präsentiert die Szene der Geburt Christi nämlich indem er verschiedene Elemente einfügt, die die Reinheit der Jungfrau Maria betonen. Im Besonderen hat der Maler der Darstellung des Mantels der Madonna viel Platz eingeräumt. Dieser hat mit seinem perlmutterfarbenen Kolorit eine eindeutig symbolische Bedeutung. Indem er den gröβten Teil des unteren Bereichs des Gemäldes einnimmt, wird er in einem gewissen Sinn zu  dessen eigentlicher Hauptfigur. In dieser Phase seines Lebens widmet Romanino dieser leuchtenden und je nach Lichteinfall sich verändernden Farbe eigentlich groβe Aufmerksamkeit, was wahrscheinlich auf von Savoldo durchgeführte Studien zurückzuführen ist: Das Gemälde zeichnet sich demnach durch den Kontrast zwischen dem goldfarbenen Halbdunkel des Sonnenuntergangs und der klaren und silbrigen Farbe des Vordergrundes aus.
Der Künstler lässt die Szene einer sehr verbreiteten Tradition folgend zwischen den Ruinen eines antiken Gebäudes spielen, und bereichert sie dann mit unzähligen Details. Im Hintergrund bemerkt man so die Umrisse eines sich in Bau befindlichen Gebäudes, vielleicht der Loggia von Brescia, einem Gebäude in der Nähe der Kirche San Giuseppe, das gerade zu der Zeit, als Romanino dieses Gemälde schuf, fertiggestellt wurde. Auf der linken Seite fügt er zwei Hirtenfiguren hinzu, in denen er wahrscheinlich die Observanten Minderen Brüder darstellte, einen Orden, der damals seinen Sitz in der Kirche San Giuseppe hatte. Diese beiden Figuren wenden sich in vertrauter Weise an den Heiligen Josef mit der Bitte um eine Erklärung, indem sie ihm die Hand auf die Schultern legen und so einen intensiven, gefühlvollen Dialog führen, der auch den Betrachter miteinbezieht. Der Heilige wendet sich um und zeigt das Kind, das auf den Saum des Mantels der Mutter gebettet ist.
Oberhalb der Stätte zeichnet Romanino drei schwebende Engel, die eine Schriftrolle mit Musiknoten halten. Über den Hirten, auf dem Vorsprung des Bogens, bemerkt man eine Eule, dessen Aufgabe es hier ist, das erlösende Opfer Christi vorherzusagen: Traditionellerweise wurde dieser Nachtvogel, der im Dunklen lebt, als ein Symbol für Christus betrachtet, der sich der Dunkelheit des Todes stellen musste, um die Menschheit zu retten.

Girolamo Romani genannt il Romanino
(Brescia 1484/87 – 1560)
Die Geburt Christi
(um 1545)
Öl auf Leinwand, 240 x 180 cm
Aus der Kirche San Giuseppe in Brescia,
jetzt in Santa Giulia, Stadtmuseum

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