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Kopf einer weiblichen Gottheit

Do, 08/01/2015 - 11:12 -- Laura
Tipologia: 
Brescia, Kopf einer weiblichen Gottheit, Santa Giulia Stadtmuseum

Der Kopf kam 1956 bei den Ausgrabungen des römischen Theaters, zwischen der sogenannten Pfeilerhalle und dem Westzugang zum Theater selbst zum Vorschein.
Es handelt sich um ein Stück von bemerkenswerter Qualität und großer Bedeutung, obwohl die Oberfläche des Gesichts zerstört ist und im Bereich Nase, Mund und Haare erhebliche Schäden aufweist.
Der Kopf gehörte zu einer riesigen Statue einer weiblichen Gottheit. Diese Art von Statuen wurde mithilfe der Akrolithentechnik gefertigt oder aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt. Diese Technik war in der griechisch-römischen Welt bei der Anfertigung von Kultstatuen riesiger Ausmaße weit verbreitet: Nur die unbekleideten Teile der Figur wurden aus Marmor gearbeitet, während der Körper aus einer Art Holzstruktur geschaffen wurde, die von Gewändern bedeckt wurde und die ihrerseits mit bemaltem Stuck oder Metall umkleidet waren. 

Die Statue wurde gewöhnlich des Gleichgewichts und der Stabilität wegen an einer Wand im inneren Hauptraum des Tempels verankert: Am obersten Teil des Kopfes befinden sich zwei Löcher, die auf das Vorhandensein von Bolzen oder Klammern zur Befestigung schließen lassen, was im Hinblick auf das nennenswerte Gewicht notwendig war. Die Rückseite ist dagegen nur teilweise gearbeitet und gerade abgeschnitten, weil sie nicht sichtbar sein sollte. Auch die Ausarbeitung der Haare ist ziemlich ungenau, weil diese aufgrund der Höhe der Statue kaum zu sehen waren. Man kann nämlich davon ausgehen, dass die Skulptur aufgestellt eine Größe von circa 4,50 m beziehungsweise sitzend 3,50 m erreichte.
Leider ist es nicht möglich, die dargestellte Gottheit zu identifizieren, da sie keine besonderen Kennzeichen aufweist. Auch lässt sich die Statue, zu der sie gehörte, nicht rekonstruieren, da keine anderen Teile erhalten sind, auβer vielleicht einem Fragment des Halses. Man kann nur sagen, dass sie auf dem Haupt ein Diadem aus Metall trug. Dieses war auf eine Einbettung gesetzt, die immer noch vorhanden ist. Außerdem lassen einige feine Asymmetrien im Gesicht und der dadurch erreichte optische Effekt darauf schließen, dass sie von rechts unten betrachtet werden sollte.
Die Darstellung von Gottheiten folgte ja relativ festen Mustern. Die Abbildung greift auf Modelle griechischer Bildhauerei der klassischen und hellenistischen Periode zurück. Die gute Qualität der Ausführung und die angewandte Technik lassen an einen griechischen Künstler denken, der in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts vor Christus in Italien tätig war. Zu dieser Zeit waren auf diese Weise hergestellte Kultstatuen in Italien – besonders in Latium – weit verbreitet.
Die Datierung lässt darauf schließen, dass es sich im Original um eine Götterstatue handelte, die in einer Kultstätte der republikanischen Zeit aufgestellt war, vielleicht im Inneren der sogenannten Pfeilerhalle, die ein Anbau des Tempels gewesen sein musste. Es handelt sich also um ein Element, das für die Rekonstruktion der Geschichte einer der wichtigsten Bauten der Stadt von großer Bedeutung ist.

Kopf einer weiblichen Gottheit
Marmor
Höhe 62 cm
Erste Hälfte des 1. Jhds v. Chr.
Aufgefunden zwischen dem Tempel und dem Westeingang des Theaters bei Ausgrabungen 1956
 

Galleria: