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"Luigi Marzoli" Waffenmuseum

Mo, 28/01/2013 - 10:44 -- Camilla
Tipologia: 
Brescia, Waffenmuseum

Der im 14. Jahrhundert von den Visconti-Herzögen gebaute Gebäudekomplex zeugt von dem großen Verteidigungssystem auf dem Cidneo Hügel. Es geht um eine der ältesten Zonen der Burg und hier befindet sich das Waffenmuseum, das im Jahr 1988 nach Carlo Scarpas Entwurf eingeweiht wurde. Dieses Museum enthält eine der reichsten europäischen Sammlungen von antiken Rüstungen und Waffen.
Blanke Waffen, Feuerwaffen und Rüstungen erzählen auf einer Seite von der langen Tradition der Waffenherstellung in Brescia und auf der anderen Seite rekonstruieren sie durch die hier ausgestellten 580 Stücke (ein Teil der 1090 Gesamtstücke aus dem Nachlaß des Unternehmers Luigi Marzoli) die kriegerische und auch künstlerische Geschichte, die in diesen Waffensammlungen aus den Gebieten von Mailand und Brescia in den 15. – 18. Jahrhunderten enthalten sind. Der Hauptausstellung kommen auch weitere 300 Stücke (vor allem Feuerwaffen aus dem 19. Jahrhundert) hinzu, die den städtischen Sammlungen gehören.
In den zehn Ausstellungssälen des Museums sieht man die Geschichte dieses Gewerbes, das sich dem Kunsthandwerk nähert. Man fängt mit den Rüstungen aus dem 15. Jahrhundert an, Helme und Harnische aus der Ritterzeit, wichtige Bestandteile der Kriegsführung. Unter den bedeutendsten und außergewöhnlichsten Stücken sind ein großer venezianischer Helm, der mit einem Hundemaul-Visier gestaltet ist, und ein Schwert aus dem 13. Jahrhundert, das das älteste Ausstellungsstück ist.
Viele sind auch die Waffen aus dem 16. Jahrhundert, als sich die Angriffstaktik ändert und die Bewegungen während eines Kampfes lebendiger wurden, so dass man immer bequemere und leichtere Waffen brauchte, wie z.B. die prächtige Maximilian-Ausrüstung mit ihrer glänzenden Oberfläche. In den Sälen des Museums spürt man auch die neue Entwicklung der Waffen und Ausrüstungen als gesellschaftliche Anerkennung in den öffentlichen Paraden und als Anlass zur Schaustellung und Bewunderung. Davon zeugt, in dem sogenannten Elch-Saal, die eindrucksvolle Rekonstruktion der zwei Begleitungstruppen, die aus mit Hellebarden und Sensenspießen bewaffneten Fußsoldaten und Reitern bestehen.
Die Vorliebe für das Schöne geht zusammen mit dem Handwerk, aber manchmal gewinnt sie die Oberhand über die technischen Bedürfnisse, wie z.B. die zwei kleinen Schutzschilder, die man im Saal der Paraderüstungen bewundern kann. Es handelt sich um wirkliche Meisterwerke: die vergoldeten Schutzschilder (eine ist aus dem Jahr 1563) mit Szenen aus Bacchus’ Triumph. Die Entdeckungsreise in die Geheimnisse der verschiedenen Waffensorten erstreckt sich auf die evokatorische Geschichte des Schwertes: von seinen Anfängen als Schlag- und Schnittwaffe, zu seiner Entwicklung als dünnes Fechtinstrument, sowie die von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum 18. Jahrhundert ausgestellten Gegenstände beweisen. Diese waren sehr zweckmäßig und schützten immer besser die Hand der Soldaten. In der großen Feuerwaffenabteilung findet man zahlreiche Hellebarden, Geschütze, Wasserfahrzeuge und Steinschleudern, die von den berühmtesten Waffenschmieden, wie die Familien Cominazzo, Chinelli, Dafino und Acquisti, hergestellt wurden. Die in Brescia oder im Ausland hergestellten, im Museum ausgestellten Kampfmittel sind sehr originell sowohl wegen ihrer für die Schießpulver entwickelten Zündungsmechanismen, als auch für ihre Verzierungen. Sie stellen eine ungewöhnliche jahrhundertelange handwerkliche Ingenieurarbeit dar.
Den Liebhabern der antiken Architektur und Kunst bietet die Waffenmuseumbesichtigung auch die Möglichkeit, interessante Reste von Fresken, die auf die Zeit des Erzbischofs Giovanni Visconti zurückgehen, zu bewundern. Diese Fresken dekorieren die Säle der Festung und zeugen von der Verteidigungsstärke der Burg im 14. Jahrhundert. Zum stimmungsvollen Zusammenhang tragen auch die Überresten eines darunterliegenden römischen Tempels aus dem 1. Jh. n. Chr. bei, dessen Grundmauerteilen und der Freitreppe im Inneren des Gebäudekomplexes noch sichtbar sind. Es ist der einzige Erbe einer Tempelgruppe, die auf dem Cidneo Hügel stand, eine eindrucksvolle Akropolis während der Römerzeit.

 

"LUIGI MARZOLI" WAFFENMUSEUM
Via del Castello
Brescia

 

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