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"Madonna con il Bambino e San Giovannino" (Madonna mit dem Kind und dem Heiligen Johannes als Kind) von Francesco Francia

Mi, 07/01/2015 - 14:08 -- Laura
Tipologia: 
Brescia, "Madonna con il Bambino e San Giovannino" (Madonna mit dem Kind und dem Heiligen Johannes als Kind) von Francesco Francia

Die wertvolle, kleine Tafel war Teil der Sammlung des Grafen Paolo Tosio. Sie kam 1844 durch eine Schenkung an die Gemeinde Brescia und bildet den Grundstock der Pinakothek Tosio Martinengo. Der raffinierte Eigentümer hatte die Sammlung in einigen Sälen seines Palazzo angelegt, die von Rodolfo Vantini eigens für die Ausstellung der kostbaren Werke ausgestattet wurden. Die Sammlung Tosio bestand hauptsächlich aus Gemälden, dazu kamen Skulpturen, Drucke und Zeichnungen. Der Geschmack des Grafen brachte ihn dazu, Werke von neoklassizistischen Künstlern (seinen Zeitgenossen) und von Künstlern vorzuziehen, die in der Vergangenheit die gleichen Ideale von Schönheit und Harmonie verkörpert hatten. Ihm verdankt man den Erwerb zweier Gemälde von Raffaello, die zu den wichtigsten Meisterwerken der Pinakothek gehören, und auch dieser Madonna con il Bambino e san Giovannino (Madonna mit dem Kind und dem Heiligen Johannes als Kind), das im 19. Jahrhundert zu den beliebtesten Bildern der Sammlung zählte.

Die Tafel, die der privaten Anbetung diente, zeigt die Jungfrau und den kleinen Heiligen Johannes in Anbetung des Kindes. Der Heilige kniet auf einem Buch, vielleicht dem Alten Testament, das mit der Geburt Christi als überholt galt. Christus steht hier im Zentrum der Komposition und wird als Lehrer dargestellt, der ein kleines Buch durchblättert. Die verbindende Rolle zwischen dem Alten und dem Neuen Testament, die oft der Figur des Heiligen Johannes des Täufers zugeschrieben wird, wird auch von seiner Position auf der Brüstung unterstrichen, welche die Grenze zwischen dem Raum des Betrachters und dem im Gemälde abgebildeten Raum darstellt.
Was seine Zuschreibung betrifft, wurde das Werk seit jeher mit dem Namen der Werkstätte der Francia aus Bologna verbunden, wenn auch mit unterschiedlichen Nuancen. Nachdem die ersten Inventuren das Gemälde einem nicht näher genannten Antonio Francia zugeschrieben hatten, sind sich seit 1868 die Experten einig, dass Francesco sein Urheber ist, wenn auch einige die Spuren eines Mitarbeiters aus der Werkstätte zu erkennen glauben. Die Typologie des Kindes, die sich an der Malerei von Lorenzo Costa inspiriert, ist typisch für die frühe Phase der Karriere Francias. Das Werk ist jedoch eher den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts zuzurechnen, als die starke Orientierung an Costa schwächer wurde, mit nicht zu vernachlässigenden Berührungspunkten mit der ausdrucksstarken Welt des Perugino, der 1497 in Bologna anwesend war. Das Studium der Werke Costas zeigt sich nicht nur in der Typologie des Kindes, sondern auch in den bizarren und graphisch herausgearbeiteten Umrissen der Wolken: Eine ziemlich genaue Wiederholung der Malerei Ferraras, die sich der milden Süße der Landschaft entgegenstellt.
Die raffinierte Ausführung lässt neuerlich an die vorherrschende Präsenz von Francesco Francia denken, nicht nur was den Entwurf, sondern auch was die Ausführung des Werks betrifft. Von dieser Komposition ist heute noch ein zweites Werk bekannt, das sich in Budapest befindet (Szépművészeti Múzeum), jedoch mindestens ein Jahrzehnt später entstanden ist und sich in die späte Phase der Aktivität des Künstlers einordnen lässt. In der Version von Budapest wird trotz der guten Qualität die Hypothese einer bemerkenswerten Präsenz von Hilfeleistungen mehr als legitim angesehen.

Francesco de’ Raibolini genannt Francesco Francia
(Bologna, um 1447-1517)
Madonna con il Bambino e san Giovannino (Madonna mit dem Kind und dem Heiligen Johannes als Kind)
um 1500-1505
Öl auf Holz, 61,5x46 cm
Brescia, Pinacoteca Tosio Martinengo
jetz in dem Stadtmuseum Santa  Giulia, section Opera Eccellente

 

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