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Tags : complesso monastico San Salvatore-Santa Giulia

Brescia, Kopf einer weiblichen Gottheit, Santa Giulia Stadtmuseum

Der Kopf kam 1956 bei den Ausgrabungen des römischen Theaters, zwischen der sogenannten Pfeilerhalle und dem Westzugang zum Theater selbst zum Vorschein.
Es handelt sich um ein Stück von bemerkenswerter Qualität und großer Bedeutung, obwohl die Oberfläche des Gesichts zerstört ist und im Bereich Nase, Mund und Haare erhebliche Schäden aufweist.
Der Kopf gehörte zu einer riesigen Statue einer weiblichen Gottheit. Diese Art von Statuen wurde mithilfe der Akrolithentechnik gefertigt oder aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt. Diese Technik war in der griechisch-römischen Welt bei der Anfertigung von Kultstatuen riesiger Ausmaße weit verbreitet: Nur die unbekleideten Teile der Figur wurden aus Marmor gearbeitet, während der Körper aus einer Art Holzstruktur geschaffen wurde, die von Gewändern bedeckt wurde und die ihrerseits mit bemaltem Stuck oder Metall umkleidet waren. 

Brescia, "Gekreuzigte Hl. Giulia ", Carlo und Giovanni (?) Carra

Quellen aus dem 17. Jahrhundert – die Reiseführer von Bernardino Faino (1630-1669) und Francesco Paglia (1660-1701) – sprechen mit großer Bewunderung von der Gekreuzigten Hl. Giulia in der neuen Kirche der Benediktinerinnen. Sie erwähnen auch deren Schöpfer, die sie als Giovanni und Carlo Carra identifizieren, Söhne von Antonio, dem Inhaber der wichtigsten Skulpturenwerkstatt des 17. Jahrhunderts der Stadt und der Provinz: Die Carras fertigten auch den Schrein der Heiligen Faustino und Giovita für die gleichnamige Kirche in Brescia an (1618-1626). Nach dem Tod des Vaters Antonio (1632) führen Giovanni und Carlo die Tradition der väterlichen Werkstatt fort und arbeiten in einer Art Symbiose, während der dritte Bruder Stefano eine blühende Laufbahn als Architekt einschlagen wird. Die einzige Ausnahme dieser symbiotischen Zusammenarbeit besteht darin, als Giovanni stolz den Altar des Hl. Benedetto für die Kirche der Heiligen Faustino und Giovita signiert (1645-1648).
  
Obwohl auch die Hl. Giulia aus dem Stadtmuseum aus dieser Werkstatt stammt – vor 1630, als sie in Fainos Text erwähnt wird – verraten die Weichheit in der Bearbeitung des Marmors, die Feinheit des Ausdrucks und die delikate Gestaltung der Lichtebenen, dass sie von einer anderen Hand geschaffen wurde als der von Giovanni signierte Hl. Benedetto. In Letzterem sind die Linien und die Ausarbeitung viel entschiedener, die Gewandfalten sind eher schematisch, wenn auch faszinierend. Wir bewegen uns hier im Raum einer Hypothese, aber ein großer Teil seiner Ausführung liegt bei Carlo, der zwischen 1621 und 1659 alleine die äußerst bedeutende Rolle der Bauaufsicht („inzegnero soprastante alla fabrica“) im Neuen Dom innehatte. Carlo unterschrieb außerdem den Großteil der uns erhaltenen Verträge, was uns zu der Annahme bringt, dass er der tatsächliche Koordinator der Arbeiten im Familienbetrieb war.

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